Nina – Erst ein Frauenseminar dann zu Kulmine

​Der belebende Kontakt zu Petra, der erst durch ein Frauenseminar von ihr entstand, hat in mir die Idee entstehen lassen, bei ihr ein Praktikum zu machen. Während des Praktikums hatte ich dann so viel Freude an der Arbeit, dass ich mich einfach, erst ehrenamtlich, später freiberuflich, immer weiter engagiert habe.

Was waren deine Gedanken oder Gefühle, als du zum ersten Mal von alternativen Mensprodukten gelesen und gehört hast?
Ich habe einen kritischen Text zu blauer Ersatzflüssigkeit im Internet gefunden und habe mich darin sofort wieder gefunden. Von dort war es nur noch ein kleiner Schritt, um zu einem Infotext zu alternativen Mensartikeln kommen. Ich war so begeistert, dass ich mir gleich ein Tässchen kaufen wollte, was 2004 allerdings noch gar nicht so einfach war. Am Ende habe ich ein ganzes Jahr gewartet und überlegt, bis ich dann im Internet ein Tässchen bestellt habe – mein erster Online-Kauf überhaupt. Bei Stoffslipeinlagen und Stoffbinden war ich etwas erst skeptischer, weil ich sehr schlechte Erfahrungen mit Wegwerfartikeln gemacht hatte. Mit dem ersten Benutzen wurden hier aber auch Zweifel durch Begeisterung ersetzt.

Was war in der Zeit dein schönstes Erlebnis bei Kulmine?
Als schönste isolierte Erlebnisse habe ich auf jeden Fall unsere größeren Projekte im Kopf. Der Blog von Petra Sood, unsere Advent_ure Kalender und die Neugestaltung der Homepage. 

Gab es auch ein Erlebnis, das dir nicht gut gefallen hat?
Die Erkenntnis, dass einem Produkt wie Stoffbinden eben doch Grenzen gesetzt sind, durch die Reaktionen der Umwelt. Durch das Tabu der Menstruation reagieren viele Menschen erstmal etwas erschrocken - mittlerweile erlebe ich aber auch immer öfter, dass schneller ein zögerliches Interesse da ist. 

Was motiviert dich, weiter zu machen?
Zum einen die Erinnerung daran, was für eine Revolution die Umstellung auf alternative Mensprodukte für mich war. Das befreite Gefühl, das ich damals hatte und das ich auch aus vielen Zuschriften herauslese, ist einer der Gründe, warum ich laaange kein Ende für die Zusammenarbeit mit Kulmine sehe.
Dazu kommt dann natürlich auch wieder der besondere Kontakt zu Petra Sood, der auf jeden Fall ein großer Mitgrund ist. 

Was bereitet dir am meisten Freude bei der Arbeit?
Die mittlerweile sehr eingespielte Zusammenarbeit, auch übers Internet, bei denen die Ideen nur so sprudeln. Der wertschätzende Umgang und die Rückmeldung, die ich zu meiner Arbeit erhalte. Und natürlich der besondere Moment, wenn der Kulminestoff über dem Ausschneidetisch ausgebreitet ist und ich ihn mit den Händen glatt streicheln darf.

Was erlebst du als Herausforderung?
Dass ich so weit weg von Osnabrück lebe. Es wäre wunderbar, wenn ich einfach jede Woche beim Zuschneiden helfen könnte. Dass wir so unendlich viele tolle Ideen haben und manchmal kaum hinter her kommen mit der Umsetzung! 

Welche Gefühle verbindest du heute mit alternativen Mensprodukten? Ich kann es selbst kaum glauben, aber meine Begeisterung wird immer noch größer. Ich habe jede Bedenken gegen Stoffbinden verloren und mein Menstässchen wird nur noch für Momente rausgezogen, in denen ich länger unterwegs bin.
Und immer wieder spüre ich Freude, wenn meine Mens losgeht und ich in meine Schublade gucke und eine schöne Kulmine aussuche. 

Der Traum von einer friedlicheren Welt – wie trägt Kulmine deiner Meinung nach dazu bei?
Wenn ich in die Zukunft gucke, dann sehe ich eine Welt, in der vieles, was für uns heute selbstverständlich ist, kostbar werden könnte. Mit dabei alles, was Wasser braucht. Alles was wir jetzt bewahren statt wegzuwerfen, sehe ich als positive Unterstützung für eine friedlichere Welt. 

Was ist deiner Meinung nach das Wichtigste, was Menschen und insbesondere Frauen durch Kulmine lernen können?
Der Ausdruck „mit sich selbst in Kontakt kommen" ist etwas, das ich immer wieder durch und mit Kulmine erlebe und auch bei anderen mitbekomme. Dabei denke ich, dass mit sich selbst in Kontakt kommen, auf ganz vielen Ebenen möglich ist und Kulmine auch Zugang zu vielen dieser Ebenen aufzeigt. 

Was wünschst du dir für die Zukunft von Kulmine? Dass ich Kulmine und Stoffbinden nenne und Menschen wissen sofort, wovon ich rede! 

Eine Spaßfrage zum Schluss: Kulmine erhält 20.000 Euro und diese sollen nur für Kulmine ausgegeben werden. Wofür entscheidest du dich? 
Ich würde eine Kinowerbung erstellen (lassen), oder witzige Plakate für die Innenstädte (ganz ohne blaue Ersatzflüssigkeit). Aber eigentlich weiß ich gar nicht, wie weit man mit 20.000 Euro kommt. :D


Nina Hanefeld hat gerade ihre Ausbildung zur Pädagogin mit einem Referendariat abgeschlossen. Sie arbeitet als NFP-Beraterin und in der Erwachsenenbildung zum Bereich Frauengesundheit. Ihre Muße findet sie beim Schreiben von Gedichten und in ihrer Begeisterung für Fantasiewelten und Geschichten.

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