Stoffbinden im Wochenbett – geht das?

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Erst mal dieses Wort: Wochenfluss. So wie auch Wochenbett und Wöchnerin klingt der Begriff in meinen Ohren etwas altbacken. Der Begriff leitet sich ganz einfach davon ab, dass Frauen nach der Geburt ein Wundsekret ausscheiden, welches aus Blut, weißen Blutkörperchen, Plazentagewebe und Vaginalsekret besteht. Zu Anfang noch überregelstark und rot, wird der Ausfluss im Laufe mehrerer Wochen immer schwächer und heller. Nach einem Kaiserschnitt tritt ebenfalls Wochenfluss auf, wenn auch schwächer und kürzer. Meist ist der Wochenfluss mit dem Ende des Wochenbetts nach rund sechs Wochen versiegt.

Um den Wochenfluss kursieren viele Mythen. Lange dachte man, er sei hoch infektiös; Frauen im Wochenbett sollten daher beispielsweise nicht baden. Mittlerweile weiß man, dass der Wochenfluss genau so wenig mit gefährlichen Bakterien versetzt ist wie das normale Periodenblut. Es ist nur nicht empfehlenswert, Tampons oder Menstruationstasse zu verwenden, da dies zu einem Rückstau des Blutes führen kann. Dies wiederum kann eine Infektion begünstigen. Die Herausforderung ist also, die anfangs sehr starke, mit der Zeit immer schwächere Absonderung mit luftdurchlässigen Binden aufzufangen; viele Frauen finden den Gedanken unangenehm, da sie sonst für ihre Periode auf Tampons, Menstruationstasse oder andere alternative Mensprodukte zurückgreifen. Auch mir war der Gedanke unheimlich, über mehrere Wochen Wegwerfbinden zu verwenden, da ich schon seit mehreren Jahren keine Wegwerf-Menstruationsartikel mehr im Gebrauch habe.

Da ich schon länger Faltbinden von Kulmine nutze, lag die Idee nahe, diese auch im Wochenbett zu verwenden. Meinen Bestand an Kulmine-Stoffbinden habe ich noch durch selbst genähte Faltstoffbinden aus Flanell ergänzt. Wichtig ist, dass die Binden so atmungsaktiv wie möglich sind; eine PUL-Schicht, wie sie viele Stoffbinden aufweisen, war für mich daher keine Option.

Die ersten Tage nach der Geburt habe ich die im Krankenhaus angebotenen Vorlagen verwendet (von vielen Frauen liebevoll „Surfbretter“ genannt und als Pelzys im Handel erhältlich). Zuhause bin ich direkt auf die Stoffbinden umgestiegen. Da wir unsere Tochter mit Stoff wickeln, konnte ich die Binden immer mit waschen und hatte keinen extra Aufwand.

Was ist nun der Vorteil von Stoffbinden im Wochenbett?

Erster großer Vorteil: Keine Geruchsbildung. Stoffbinden sind im Gegensatz zu Wegwerfbinden wesentlich angenehmer, was Gerüche betrifft.

Zweiter großer Vorteil: Wie viele Frauen hatte ich leider eine Geburtsverletzung – die empfindliche Naht wurde durch die Stoffbinden nicht gereizt. Erfahrungsgemäß führen bei mir Wegwerfbinden zu Hautrötungen und Irritationen, daher war ich besonders froh um die Stoffbinden.

Dritter Vorteil: Die Faltstoffbinden sind in ihrer Dicke wesentlich dünner als die handelsüblichen Wegwerfbinden ohne Plastikfolie und tragen somit (auch optisch) weniger auf. Ich habe meine Tochter im Spätsommer zur Welt gebracht und war froh, bei der Verwendung der Binden kein „Windelgefühl“ zu empfinden und sogar recht dünne Hosen tragen zu können.
Schlussendlich habe ich durch das Verwenden von Stoffbinden eine ziemliche Menge an Müll vermeiden können.

Die Zeit im Wochenbett ist, neben vielen wundervollen, positiven Dingen, für viele Frauen von Müdigkeit, Hormonschwankungen, Babyblues und etlichen neuen Herausforderungen geprägt. Die Verwendung von Stoffbinden hat mir diese Lebensphase ein Stück weit angenehmer gemacht und ich möchte diese Erfahrung nicht missen!


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