Konsumsouverän!

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Zero Waste und DIY, Teil 1 – Mela hat zusammen mit den Fragmenten in Wiesbaden ein ganzes Wochenende Workshops dazu angeboten. Starring: die original Hela-Faltslipeinlage. Und jede Menge Zeitungspapier.

Samstag 

Den Samstag haben wir mit einem Besuch im Unverpackt-Laden begonnen. Eigentlich war das für alle gedacht, die da schon immer mal hinwollten … lief dann aber so, dass alle, die mitkamen, da sowieso schon immer hingehen. Es war trotzdem interessant, wir haben uns gegenseitig unsere Lieblingsprodukte gezeigt und über Alternativen geschnackt. 

Zum Beispiel Ohrlöffel statt Wattestäbchen … wobei ich besonders diese kleinen aus Metall gebogenen Schlaufen mag, auch wenn da ein winziges Stück Plastik dran ist. Vielleicht könnte da ja mal jemand(!) nachbessern und eine Holzvariante anbieten?
Gelernt hab ich außerdem, dass Konjak-Schwämme vegan sind (aus Konak-Wurzel-Mehl) und nicht – wie bisher gedacht – im Meer gewachsen. Ich finde sie auf jeden Fall genial für die Haut als sanftes Peeling, die sich nach der Benutzung unglaublich weich anfühlt.
Außerdem hab ich mit Erstaunen festgestellt, dass manche lieber die Schlepperei von Einmachgläsern in Kauf nehmen, als Zuhause umzufüllen – ich dagegen bevorzuge Gemüsepapiertüten und selbstgemachte Stoffbeutel. Für sehr feine Sachen wie Tee oder Gewürze trage ich Erdnussdosen und ähnliches auf. 

Dann waren wir (mit ein paar netten Leuten mehr) in den Räumen der Fragmente-Gruppe. Dort haben wir Waschmittel angerührt (das Rezept habe ich von Nina) und Erfahrungen mit Efeu und Kastanien zum Wäschewaschen ausgetauscht, die allesamt positiv waren. Danach wollten alle Zahnputzpulver und Deocreme ausprobieren, was natürlich vor allem wegen der verschiedenen Möglichkeiten in Geschmack und Geruch so spannend war.
Danach haben wir noch eine Runde Allzweckreiniger mit übrig gebliebenen Zitronenschalen und Essig hergestellt – eine prima Resteverwertung, wie ich finde! Da bin ich selbst gespannt drauf, das muss erst noch für 2 Wochen ziehen. 

Alle Rezepte (und ein paar mehr) haben wir in einem Handout gesammelt. Das steht hier zum Download bereit. 


Sonntag 

Am Sonntag sind wir mit der offenen Fahrradwerkstatt gestartet, die dort alle paar Monate stattfindet. Da ich über Nacht im Garten war (wo ich von einem schnaufenden Igel besucht wurde <3) kam ich etwas später dazu. Machte überhaupt nix. Alle waren konzentriert und mit schwarzen Händen dabei, die Räder für die kommenden Sommerausflüge fit zu machen. 

Dann wurde wieder der Teppich ausgerollt, der Tisch aufgestellt und es folgte Körbeflechten aus Altpapier … was genauso schwarze Finger hinterließ wie das Fahrradschrauben. :D Es hat uns allen so viel Spaß gemacht, dass jede:r das Objekt unbedingt fertig machen wollte – also haben wir uns alle Zeit genommen. So kamen die anderen Sachen wie Kosmetikpad-Häkeln, Spülschwamm-Stricken und Hela-Slipeinlage nähen zwar etwas kurz, aber dafür hatten wir ein ausführliches Gespräch über Menstruationstassen, das von viel Lachen und Kichern begleitet wurde. Herausgekommen sind doch noch zwei handgenähte Hela-Einlagen, über die ich in der nächsten Woche berichten werde.
Meine Kollegin hat zum Schluss Luffa verteilt, die Gurke, die sich jeder ganz einfach selbst ziehen kann und getrocknet zum Schwammersatz wird. Ich bin noch nicht so warm damit geworden in Tests, aber die Aussicht, nachwachsende Schwämme im eigenen Garten zu haben, ist verführerisch. 

Am Abend schloss der regelmäßig stattfindende Kleidertausch das Wochenende ab. Ich finde, das ist wie Shoppen – nur ohne die Nebenwirkungen. Also eigentlich besser! Kleidung wird weiterverwendet, das Konto hat Schonzeit und wenn ich feststelle, dass ich das Stück doch nicht trage, auch wenn es mir gefällt, hab ich kein schlechtes Gewissen … ich kann es einfach wieder verschenken.
Diesmal haben auch einige meiner Stücke neue, glückliche Besitzerinnen gefunden. Das ist mir dann zusätzlich eine Freude. 


Fazit 

Viel Besuch blieb vermutlich aus, da es genau an dem Wochenende mehrere Veranstaltungen zu ähnlichen Themen gab – zum Beispiel das Repaircafé im Heimathafen und Pflanzenmilch selbst machen im Unverpackladen auf der „eebschen" Mainzer Seite. Und das Wetter war fantastisch! Da konnten wir natürlich nicht gegen anstrahlen. 

Alle Besucher, die da waren, interessierten sich schon für das Thema. Das sah ich erst als Nachteil, aber war letzen Endes toll, so konnte ich selbst noch einiges Neues lernen. 

Im Vorfeld hätte ich doch noch ein bisschen Müll einsparen können, wenn ich besser geplant hätte – Häkel- und Stopfnadeln für alle hätte ich sicherlich auch auf einem Flohmarkt oder per Aufruf bekommen. Und auch Paketschnur habe ich in der Stadt nur aus Plastik oder verpackt in Plastik bekommen (außer in einem Wolladen zu einem horrendem Preis). Das geht das nächste Mal besser! 

Spaß hat es gemacht, im Real Life Austausch über das Thema zu haben und nicht nur im Internet. Dieses „in Gemeinschaft arbeiten", ist etwas, was ich zuerst im Zuschneideraum bei Kulmine für mich wiederentdeckt habe und in kleinem Rahmen hier in Wiesbaden etablieren will. Wenn die Finger emsig sind und jede:r konzentriert, lässt sich irgendwie besonders gut reden und rumspinnen.
Wir wollen die Aktion auf jeden Fall im Herbst noch mal wiederholen – dann zusätzlich mit einem Freitagabend, wo wir ein Plastikfrei-Projekte vorstellen wollen und uns noch mal tiefergehend damit auseinandersetzen, welche Herausforderungen und Auswirkungen die Umstellung auf einen etwas nachhaltigeren Lebenswandel haben.


Eine Hela von Hand nähen – how to
Ein Loblied auf Pfannkuchen
 

Kommentare 1

Gäste - Anne am Freitag, 23. Juni 2017 22:10

Ich freu mich über das Handout...uhuhuhuuu danke:-) Und die Vorstellung vom schnaufenden Igel ist einfach zu süß!

Ich freu mich über das Handout...uhuhuhuuu danke:-) Und die Vorstellung vom schnaufenden Igel ist einfach zu süß!
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Samstag, 18. November 2017

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