Die Pille? Nein danke, ohne geht es mir besser.

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 Die Kulmine-Frauen leben pille-frei. Das witzige und auch schöne dabei ist, dass sich das jede für sich, schon vor der Zeit bei Kulmine, selbst so entschieden hat. Aus verschiedensten und gleichzeitig ähnlichen Gründen. Der folgende Text ist von einer unserer Mitarbeiterinnen.

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Auch ich habe mich Ende letzten Jahres von der stetigen Begleiterin, der Pille, getrennt.
Meine geschätzte Kollegin und Freundin hat mir den Denkanstoß dazu gegeben, indem sie mich in ihre Sorgen zur Pille eingeweiht hat. So bin auch ich darauf gekommen, dass es vielleicht nicht sein muss, dass ich ein bis zwei Tage im Monat Trübsal blasend in meinem Bett liege und überhaupt nicht weiß, woher diese große Leere in mir kommt. Dass ich mich vielleicht auch nicht mit einer ungesteuerten Wut, die wie aus dem nichts entsteht, herumschlagen muss. Und damit meine ich nicht PMS, denn diese Stimmungen waren zeitlich so gar nicht einzuordnen. 

Ich hatte mit 17 angefangen, die Pille zu nehmen, um einige Unregelmäßigkeiten* im Hormonhaushalt auszugleichen, die mir Probleme bereitet hatten.
Das hat auch wunderbar funktioniert, weshalb ich von der Pille begeistert war. Letztes Jahr habe ich dann nach vier Jahren tatsächlich zum ersten Mal (ich weiß, das war längst überfällig) den Beipackzettel meiner Pille gründlich durchgelesen und entdeckt, das eine von zehn Frauen mit Niedergeschlagenheit und Depression als Nebenwirkung zu kämpfen hat. Daraufhin habe ich ein wenig weiter recherchiert, was die Pille mit meinem Körper sonst noch macht und unter Umständen machen kann und beschlossen: Das will ich nicht mehr. Also habe ich sie abgesetzt.
Besonders große Veränderungen habe ich an mir selbst nicht festgestellt, außer dass ich ein wenig ausgeglichener bin. Aber das schönste Gefühl ist, zu wissen, dass das tatsächlich ich selbst bin, wenn ich wütend oder aufgebracht bin und mich kein Hormoncocktail dazu treibt.

Ich sage überhaupt nicht, dass man die Pille verteufeln soll (es gibt nichts Einfacheres in Sachen Verhütung meiner Meinung nach). Ich bin nur der Meinung, dass sich jede Frau die Zeit nehmen sollte, zu recherchieren, was mit dem eigenen Körper und der Psyche passiert. Aber vor allem sollte jede Frauenärztin sich die Zeit nehmen, dieses Thema ausgiebig aber gleichzeitig neutral und wertfrei zu besprechen. Denn sind wir ehrlich. Ich habe auch einen Flyer meiner Ärztin bekommen zu den Nebenwirkungen. Habe ich ihn durchgelesen? Nein, leider nicht.
Möchte man als Frau das Risiko der Nebenwirkungen und hormonellen Veränderung dennoch eingehen, möchte ich niemanden dafür verurteilen. Ich habe ja auch nichts gegen Raucher, solange sie wissen, was sie ihrem Körper damit langfristig zumuten.
Leider habe ich noch keine passende Verhütungsmethode für mich gefunden, mit der ich zu hundert Prozent zufrieden bin. Ein Kondom allein ist mir zu unsicher und die Gefahr, dass ich bei einem Zwischenfall die Pille danach nehmen müsste (was meinen hormonfreien Ansatz zunichte macht) zu groß. Das Diaphragma kommt mir umständlich vor und alles andere habe ich bis jetzt noch nicht ausprobiert.


*Anmerkung von Nina: Die Pille wird gerne und schnell bei "Unregelmäßigkeiten" verschrieben, die aber oft ist noch ganz im normalen Rahmen sind, vor allem in der Pubertät. Die Pille kann hier auch nicht heilen, sie überdeckt die Unregelmäßigkeiten nur. Nach dem Absetzen ist dann entweder alles wie gehabt, oder es wäre sowieso von alleine weg gegangen wären. Deswegen lohnt es sich, mit fähigen Ärztinnen/Ärzten wirklich auf den Grund der Probleme zu gehen, oder auch einfach ein bisschen abzuwarten, bis sich die wilden Wellen der Pubertät ein bisschen gelegt haben und der Zyklus die Chance hatte, sich einzupendeln.


Ein Geburtsbericht aus Dänemark
 

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