Philosophie

Stoffbinden und Stoffslipeinlagen von Kulmine sind eine nachhaltige und umweltfreundliche Alternative zu Wegwerfprodukten.

Eine Frau, die herkömmliche Produkte verwendet, verbraucht schätzungsweise 10 000 bis 17 000 Binden bzw. Tampons in ihrem Leben, viele Frauen verwenden zusätzlich regelmäßig Slipeinlagen. Diese Einwegartikel bilden nicht nur große Müllberge, sondern bereits ihre Herstellung belastet die Umwelt stark. Sie bestehen hauptsächlich aus konventionell angebauter Baumwolle und Viskose auf Zellstoffbasis sowie aus Kunststoff. Die Gewinnung dieser Materialien ist sehr aufwendig:
Baumwoll- und Zellstoffproduktion verbrauchen große Mengen Wasser, Energie und Chemikalien; herkömmlicher Kunststoff besteht aus Erdöl – einem begrenzten Rohstoff bei der Zellstoffgewinnung und beim Baumwoll-Ackerbau werden Wälder abgeholzt.

Zudem ist herkömmliche Baumwollproduktion ein großes Umweltproblem – 25 Prozent aller weltweit eingesetzten Insektizide werden im Baumwollanbau verwendet! Außerdem beschleunigen diese Anbaumethoden die Desertifikation (Wüstenbildung) und führen dazu, dass die Flächen nach einigen Jahren nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden können.

Bio-Materialien und wiederverwendbare Produkte schonen die Ressourcen, Wälder und Böden. Kulmine-Baumwollstoffe kbA sind nach IVN Best ausgezeichnet. Das bedeutet, dass vom Anbau über das Spinnen bis zum Verschicken strengste ökologische Vorschriften gelten und eingehalten werden und alle Stoffe garantiert ohne Schadstoffe sind.

Über die Umweltaspekte der Stoffe haben wir auf der Seite Material ausführlich geschrieben, doch wir wollen hier noch näher darauf eingehen.

Es gibt in der Textilwirtschaft mehr als 100 Siegel und Kennzeichen, die alle nach unterschiedlichen Kriterien verliehen werden. Manche haben sehr strenge Richtlinien und zeichnen ausschließlich Bio-Baumwolle aus, andere sind auch an Produkten aus konventioneller Baumwolle zu sehen. Auch darin, welche Produktionsschritte kontrolliert werden, unterscheiden sich die Standards stark.

Manche Siegel zertifizieren nur einzelne Schritte der Produktionskette. So wird beispielsweise der Baumwollanbau kontrolliert, nicht aber die weitere Verarbeitung der Fasern (z. B. Spinnen, Weben und ggf. chemische Behandlung des Stoffes). Der sehr bekannte Standard Öko-Tex 100 zertifiziert sogar nur das fertige Produkt und besagt, dass Schadstoffe wie Schwermetalle oder Pestizide im Labortest bestimmte Grenzwerte nicht überschritten haben. Solange sie das nicht tun, dürfen diese Stoffe im Produktionsprozess aber eingesetzt werden. Soziale Aspekte – also, unter welchen Arbeitsbedingungen die Baumwolle angebaut und der Stoff verarbeitet wurde – spielen bei dieser Zertifizierung keine Rolle. Andere Labels wiederum beurteilen nur die Arbeitsbedingungen und lassen ökologische Gesichtspunkte außer Acht.

Manche Labels sind sogar von Handelsunternehmen (mit-)gegründet worden. Die Unternehmen reagieren darauf, dass die Produktionsbedingungen in der Textilwirtschaft immer zunehmend öffentlich diskutiert werden und die Kundinnen und Kunden vermehrt ethisch korrekt hergestellte Produkte einfordern. Anstatt aber auf die bestehenden Siegel zurückzugreifen, werden eigene Richtlinien aufgestellt, die oft bessere Bedingungen als in der konventionellen Textilproduktion versprechen, aber nicht die Anforderungen der ökologischen Landwirtschaft erfüllen. Die Journalistin Kirsten Brodde, die in ihrem Buch „Saubere Sachen“ über „grüne Mode“ und „Öko-Etikettenschwindel“ aufklärt, sieht im Vorantreiben solcher Labels „einen schleichenden Ausstieg aus der Biobaumwolle“.

Sie sehen also: Biobaumwolle ist nicht gleich Biobaumwolle. Es gibt große Qualitätsunterschiede, und auch das Vorhandensein eines Siegels allein sagt noch nichts aus – auf die Richtlinien kommt es an. Wir haben uns für Stoffe entschieden, die besonders strenge Richtlinien erfüllen, weil Sie damit ein besonders wertvolles Produkt erhalten.

Die Kulmine-Stoffe erfüllen sowohl in sozialer als auch ökologischer Hinsicht höchste Standards, und das in allen Produktionsschritten:

  • beim Baumwollanbau
  • bei der Herstellung des Stoffes
  • beim Nähen des fertigen Produktes.
  • Ausführlichere Erläuterungen zu unseren Stoffen finden Sie unter Material und Herstellung.

Soziale Aspekte bei der Herstellung sind z. B. Arbeitszeiten, Arbeitssicherheit und die Löhne der Arbeiterinnen und Arbeiter. Ökologische Aspekte betreffen etwa den Schutz des Bodens und der Wälder, den Einsatz von Pestiziden oder Kunstdünger und den Wasserverbrauch.
Darüber hinaus achtet Kulmine auch bei allen weiteren Produktionsschritten auf Nachhaltigkeit, wie zum Beispiel bei der Verpackung und Resteverwertung und inzwischen auch bei der Wahl ihrer Bankverbindung – wir unterstützen Investitionen im Bereich „Alter und Gesundheit“ durch die GLS.

kbA und kbT

Alle unsere Stoffe stammen aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) beziehungsweise kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT). Diese Kennzeichnungen sind in der EU geschützt, genauso wie die Bezeichnung „Bio-Baumwolle“. Um diese Begriffe nutzen zu dürfen, müssen bestimmte Mindeststandards eingehalten werden – nur Produkte aus ökologischer Landwirtschaft dürfen diese Bezeichnungen tragen. Dies bezieht sich aber nur auf die Fasern – die Weiterverarbeitung kann ganz konventionell erfolgen.

IVNBest und GOTS

Darum sind uns diese Mindeststandards nicht ausreichend. Unsere Baumwollstoffe sind zusätzlich IVN-Best-zertifiziert. IVN Best gilt als höchster Öko-Standard in der Textilbranche. Die Seidenstoffe sind GOTS-zertifiziert. GOTS (Global Organic Textile Standard) gehört ebenfalls zu den strengsten Siegeln für Textilien. Beide Siegel gehen weit über die EG-Öko-Verordnung hinaus und decken alle Produktionsschritte in ökologischer und sozialer Hinsicht ab.

Lokal genäht

Im letzten Produktionsschritt der Kulmines wissen wir selbst am besten über die Arbeitsbedingungen Bescheid: Wir produzieren alle Kulmines in Osnabrück am Teutoburger Wald. Das erspart außerdem unnötig lange Transportwege.

Verpackung

Die Einlagen sind eingeschlagen in leise knisterndes Seidenpapier. Wir versenden entweder in direkt recycelten Briefumschlägen und Versandtaschen, in fadenverstärkten Faltentaschen aus 100 Prozent Recyclingpapier oder in sauberen gesammelten Kartons unserer Lieferanten. Dabei benutzen wir am liebsten Packband aus Papier.
Beim Direktrecycling wird der Rohstoff Altpapier sofort zu neuen Produkten verarbeitet. Die hochwertigen Briefumschläge und Versandhüllen waren einmal Plakate, Kalender, Industriepapiere oder Landkarten. Im Gegensatz zum herkömmlichen Papierrecycling entfällt der Verbrauch von Wasser, Energie und weiteren Aufbereitungsstoffen. In einer Studie des Öko-Institutes e. V. wurden die direkt recycelten Briefumschläge und Versandhüllen zum „umweltfreundlichsten Briefumschlag“ erklärt.
Die fadenverstärkten Faltentaschen bestehen aus 100 Prozent naturweißem Recyclingpapier mit innenliegender Verstärkung aus Polyphenylen-Fäden, die im Altpapier recycelbar sind. Aufgrund der speziellen Materialbeschaffenheit löst sich die Fadenverstärkung im wässrigen Recyclingprozess auf, das Grundmaterial kann zu 100 Prozent wiederverwertet werden.

Restverwertung

Auch bei der Weiterverwendung der Stoffreste achten wir auf Nachhaltigkeit: Nachdem wir verschiedene Gelegenheitszwecke wie zum Beispiel Katzenspielzeug und Staubtücher ausprobiert haben, bieten wir kleinere Reststücke nun auch als Einweg-Pads an, immer jeweils solange der Vorrat reicht. Bei Interesse bitte per Mail anfragen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Webhosting

Unsere Website läuft auf einem Anbieter mit nachhaltigem Energiekonzept: „So beziehen wir z. B. 100 Prozent Naturstrom aus Wasserkraftwerken. Außerdem nutzen wir die Abwärme unserer Server im Rechenzentrum, um damit unsere Büroräume zu heizen und benötigen aus diesem Grund keine zusätzliche Öl- oder Gasheizung.“

Druckerzeugnisse

Immer öfter ist uns möglich, auch bei unseren Flyern, Broschüren etc auf umweltfreundliche Aspekte zu achten. Wir drucken am liebsten auf 100% Recyclingpapier, mit veganen Farben auf Planzenölbasis, klimaneutralem Druck und Versand. Und das i-Tüpfelchen ist natürlich, wenn die Druckerei Strom aus regenerativen Energien bezieht! Wie oft wir das schon umsetzen konnten, kann in diesem PDF eingesehen werden.

 

Schließlich gehört die Nachhaltigkeit zu den Kerngedanken von Kulmine. Bio-Textilien sind mittlerweile im Mainstream angekommen, und viele bekannte Modeunternehmen bieten Kleidung aus Bio-Baumwolle an. Genauso findet man in den Drogerien Bio-Binden und -Tampons. Uns ist es nicht nachhaltig genug, bloß auf „bio“ umzustellen, ohne das eigene Konsumverhalten und die Wegwerfmentalität zu ändern. Wir achten daher auf hochwertige Produkte mit einer langen Lebensdauer. Manche Nutzerinnen gebrauchen ihre Kulmines seit über 15 Jahren. Diese Langlebigkeit bedeutet, dass Ressourcen geschont werden, weil weniger nachproduziert werden muss und weniger Abfall entsteht.

Unsere Kundinnen erleben die Wertschätzung des Körpers verbunden mit dem Erhalt der Umwelt.
Wir sind dankbar, dazu beitragen zu können.