Menstruationshygiene – Ganz modern und ungesund

Dr. med. Iris Grützmacher, Frauenärztin, hat den folgenden Artikel 1979 in der Medical Tribune veröffentlicht. Anfang der 90iger Jahre hat sie den Artikel noch mal überarbeitet. Jetzt ist er immer noch aktuell!

Die Menses sind kein Tabu mehr. Ausführlich und ehrlich sprechen Frauen von ihrer Menstruationshygiene – im Werbefernsehen. In den höchsten Tönen loben sie die Sicherheit von modernen Binden, Slipeinlagen und Tampons.

Aber ist es nicht erstaunlich, dass die selbstbewusste moderne Frau erst dann richtig zufrieden mit der Menstruationshygiene ist, wenn es damit gelingt, von dieser „urweiblichen“ Angelegenheit möglichst viel zu verbergen? Nichts zu spüren und nichts zu sehen scheinen die Kriterien für weibliches Wohlbefinden während der Menstruation zu sein.
Meine These ist, dass die neue Offenheit zum Thema Menstruation die alten Tabus neu zementiert und dass die verzweifelte Suche der Frauen nach immer mehr „Sicherheit“ eines ganz sicher NICHT ist: Ein natürlicher und schon gar kein gesunder Umgang mit dem – menstruierenden – weiblichen Körper.

Die heute überwiegend praktizierte Menstruationshygiene ist nicht so sehr vom allgemeinhygienischen als vielmehr vom individualhygienischen Standpunkt aus ungesund: Die als „natürlichste“ Lösung gepriesenen Vaginaltampons stehen im Verdacht, die natürliche Scheidenflora so zu schädigen, dass eine verminderte Abwehrfähigkeit in diesem sensiblen Bereich besteht. Gewisse Bestandteile von Binden und Slipeinlagen schaffen unter Umständen die Grundlage für die Vermehrung von Krankheitserregern. Parfüms, Lotionen und Sprays, die den Geruch des Menstruationsblutes überdecken sollen, setzen Reizeffekte im Bereich der Scheide und ihrer Umgebung.
 

Während meiner Tätigkeit in der Gynäkologie im Krankenhaus war ich es schon gewohnt, fast durchweg pathologische, das heißt nicht gesunde Befunde des Vaginalsmear (Vaginalschleims) bei den aufzunehmenden Patientinnen vorzufinden. Zu Beginn meiner Praxistätigkeit überraschte mich, dass selbst ganz junge Mädchen – auch solche, die noch keinen Geschlechtsverkehr gehabt hatten – und ein großer Teil der reinen Vorsorgepatientinnen, keine physiologische, das heißt, gesunde Scheidenflora hatten.

Meine bis dahin mehr sporadischen Fragen nach so genannter Intimhygiene (Reinigen und Deodorieren), nach Menstruationshygiene (Binden, Tampons, anderes) und nach Bekleidungsgewohnheiten (synthetische Unterwäsche, Strumpfhosen) habe ich dann in die Routinebefragung jeder Patientin übernommen. Es stellte sich heraus, dass der größte Teil der Frauen „krankmachende“ Gewohnheiten bei der Menstruationshygiene, bei täglicher Reinigung und Bekleidung hatte. Gerade bei diesen Frauen war in aller Regel unphysiologischer Vaginalsmear zu finden.

Um die Zusammenhänge von Menstruationshygiene, Intimhygiene und Kleidungsgewohnheiten exakter festzustellen, bat ich 100 Frauen, an einer Kontrolluntersuchung teilzunehmen. Es waren Frauen, die entweder über ständigen oder – trotz Therapie – ständig wiederkehrenden Ausfluss (Mischflora) oder über immer wieder auftretende Pilzerkrankungen (ohne Grunderkrankung, ohne Ovulationshemmer) klagten.

Im Verlauf eines Jahres wurde der Vaginalsmear alle 3 Monate jeweils zwölf Tage nach Beendigung der Menstruation untersucht. Ich bat die Patientinnen, ihr Menstruations- und Reinigungsverhalten im Scheiden-Damm-Bereich wie folgt zu ändern:
1) Keine parfümierten , deodorierenden Seifen mehr, keine Lotionen, keine Sprays, keine Desinfizientia mehr; stattdessen rückfettende Seifen wie z.B. Babyseifen, bei mehrmaligem Reinigungsbedürfnis innerhalb von 24 Stunden besser Ölpflegetücher aus der Babypflege.
2) Keine synthetische Unterwäsche mehr
3) So wenig und so kurzzeitig wie möglich (Nylon-) Strumpfhosen tragen
4) Keine Vaginaltampons benutzen

76 Frauen akzeptierten diese Vorschläge und ließen alle vier Untersuchungen machen. Von diesen 76 Frauen, die ausgerechnet alle über störenden Ausfluss geklagt hatten, hatten 65 nach Ablauf der zwölf Monate einen physiologischen (das heißt normalen) Befund ihres Scheidensekrets, die anderen einen deutlich besseren Befund als zu Beginn der Untersuchung. Bis auf zwei Patientinnen gaben alle an, dass ihnen der Zusammenhang zwischen ihren ehemaligen Fluorbeschwerden und den Reinigungs- und Menstruationsgewohnheiten nun offensichtlich sei.

Für einen wesentlichen Auslöser des nichtphysiologischen Vaginalsmear halte ich den unkritischen Gebrauch von Tampons. Abgesehen davon, dass als logische Folge des Menstruationstabus Frauen und Mädchen Tampons auch falsch anwenden, nämlich bei minimaler Blutung oder bei verstärktem Ausfluss, ist selbst die „richtige“ Handhabung dieser Art von Menstruationshygiene nicht ohne unerwünschte Nebenwirkungen: Wie in der Werbung zu Recht betont wird, wirkt der Tampon seiner Natur nach als Sog. Was aber wird aufgesaugt, wenn kein Blut mehr fließt? Doch nur die Vaginalflüssigkeit, die für ein gesundes Gleichgewicht in der Scheide sorgt (Döderleinflora). Zurück bleibt – bildlich gesprochen – ein Brachfeld, auf das umgehend Keime und Bakterien der Vulva, des Dammes und der Analgegend einwandern können. Die Mischflora blüht, die durch Tampons zu trocken gewordenen ist und gereizte Vaginalhaut reagiert mit verstärkter Flüssigkeitsbildung, der Säurewert ändert sich – der ungesunde Kreislauf ist geschlossen.

Trotzdem scheint die Tamponanwendung auch für Frauenärzte die „normalste“ Form der Menstruationshygiene zu sein. Interessanterweise wird häufiger kritisch gefragt, ob nicht ein vergessener Tampon in der Scheide eine Infektionsquelle sei. Jede Gynäkologin und jeder Gynäkologe weiß, dass so ein Fall vielleicht drei mal im Jahr, also selten, in der Praxis auftaucht. Kein Gegenstand der Diskussion, aber täglich in der Praxis zu erleben sind die sehr kleinen, in der Scheide zurückbleibenden Tamponreste, die sofort feststellbar sind und die zu erheblichen Reaktionen im Scheidenmilieu führen können.

1993 weist die Zeitschrift Öko-Test in ihrem Sonderheft Kosmetik beim Test von Monatshygiene darauf hin, dass Tampon-Benutzerinnen möglicherweise anfälliger für das so genannte „Toxic Shock Syndrome“ (TSS) sind, das vor einigen Jahren sogar zu Todesfällen in den USA geführt hat. Beim Toxic Shock Syndrome kann durch eine bestimmte Bakterienart eine giftige Substanz produziert und in die Blutbahn abgegeben werden, wo sie verheerende Folgen für den Kreislauf haben kann.

Was macht Tampons dennoch so beliebt? Eine Routinefrage an meine Patientinnen lautet: „Warum benutzen Sie eigentlich einen Tampon?“ Die Antworten sind: 1. Weil es so bequem ist. 2. Weil es so hygienisch ist. 3. Weil man nicht immer an die Menstruation denken muss (weil man sie vergessen kann).

Diese Antworten erstaunen mich nicht. Sie zeigen, dass die Tabus über Menstruation auch heute noch wirken. Frauen möchten am liebsten vergessen, dass sie monatlich bluten, sie möchten das Blut nicht sehen und sie empfinden sich als hygienisch, wenn sie äußerlich keine Spuren der Menstruation tragen (was in ihrem Inneren vorgeht, scheint zweitrangig). Dass es für Frauen durch Tampons leichter und bequemer ist, die uralten Gebote zur Tabuisierung der Menstruation zu befolgen, ist meiner Ansicht nach kein Schritt zu mehr weiblichem Selbstbewußtsein.

Die Alltagssprache über Menstruation ist beredt: Frauen sprechen davon, dass sie „unpässlich sind, unwohl sind, dass es ihnen mal wieder nicht gut geht“. Männer sprechen eher in Zotenform darüber: „Sie hat roten Besuch, sie ist eine Bloody Mary, sie hat ihre Ketchup-Zeit, rien ne va plus.“ Es ist deutlich zu erkennen, dass auch in dieser indirekten Form die monatliche Blutung als etwas Belastendes, Störendes und Schmutziges erlebt wird. Eine Patientin formulierte treffend: „Ich will zwar wissen, dass meine Periode da ist, aber mitkriegen will ich sie nicht.“

Warum ist eigentlich die Menstruation, die für die Hälfte der Bevölkerung ein für 30 Lebensjahre alle vier Wochen wiederkehrendes Ereignis ist, so sehr Anlass zu Scham und Versteck„spiel“? Eine Antwort darauf ist wohl nur zu finden, wenn wir einen kurzen historischen Exkurs machen, denn die Menstruation ist ein sehr ausgeprägtes historisches, kulturelles und gesellschaftliches Tabu. Schon bei Hippokrates finden wir in der Schrift „über die Krankheit der Frauen“, dass Frauen so etwas wie eine Fehlkonstruktion seien, bei denen mit der Menstruation etwas Überflüssiges abtropfen muss. Menstruation wird in der Lehre der „krankmachenden Körpersäfte“ in die Reihe des Schwitzens, Erbrechens, Abführens und des Aderlasses gestellt.

Juden und Christen galt und gilt die Menstruation als Ausdruck der Folge der Erbversündigung, als Unreinheit und Reinigung, als Strafe und Sühne. Das menstruationserregende Element war in Evas Apfel enthalten.
In der Aufklärung galt die Menstruation als Zivilisationsschaden, eine Auffassung, die noch heute anzutreffen ist, und im 19.Jahrhundert wird von Menstruationsblutungen gleichbedeutend mit Abtreibung oder Fehlgeburt gesprochen. Der Mediziner Virchow sprach von nicht ausgelebter, verfehlter, enttäuschter Schwangerschaft. Auf diesem Interpretationsstand therapiert heute übrigens noch ein Teil der Psychoanalytiker. Einer der Väter der Psychiatrie, Krafft-Ebing, sprach im Zusammenhang mit der Menstruation nur vom periodischen Irresein der Frauen, von der physiologischen Geistesstörung der Frauen.

Die Menstruation galt als unrein – da musste das Menstruationsblut folgerichtig so etwas wie ein Gift sein. Diese Anschauung lässt sich mühelos durch die Jahrhunderte verfolgen, vertreten zum Beispiel von den Medizinern Plinius (Menstruationsblut säuert den Wein) über Albertus Magnus (die Bienen werden vergiftet) zu Paracelsus (die Hunde werden tollwütig) und E. Fränkel (+1953!), der noch immer an das Menstruationsgift = Menotoxin glaubte.

Dass Frauen vieler Kulturen sich an manchen Tagen der Menstruation auch gerne mal zurückziehen, oder sich nur mit anderen Frauen umgeben, ist nicht zu verwechseln mit den Traditionen, die menstruierende Frauen vom öffentlichen Leben ausschlossen und sie zwangen, sich als „unrein“ zu verbergen. Jüdinnen zogen sich in die Menstruationshütte zurück, Mohammedanerinnen in ein separates Serail und unsere Urgroßmütter spielten Migräne vor, um ins Schlafzimmer flüchten zu können.

Die Grundforderungen für wirkliches Wohlbefinden während der Menstruation - und das schließt auch ein Gefühl von Reinheit ein - sind denkbar einfach: Monatshygiene soll sauber (nicht steril, nicht deodorierend), trocken (aber ohne die Unterbindung physiologischer Vorgänge) und luftig (keine durch Tampons verstöpselte Vagina, kein durch Synthetics oder plastikbewehrte Vorlagen geschaffenes Mikrotreibhausklima im Vulvabereich) sein. Zur Reinigung genügt normalerweise tägliches Waschen mit Wasser. Frauen sollten rückfettende Seifen, Lotionen oder Öle zur Säuberung verwenden. Alle anderen Reinigungs-, Pflege- und Intimpflegemittel sind bei physiologischen Verhältnissen überflüssig. Gegen als zu stark empfundenen Schweiß genügt Körperpuder oder eine entsprechende Creme.

Mädchen lernen leider heute oft noch, dass jede Art von Ausfluss und stärkerem Körpergeruch ungesund seien. Deodorierendes wird mit der Pubertät mehr verordnet als empfohlen. Der Aussage: „Du hast Ausfluss, du bist nicht gesund“ folgt ein Besuch beim Kinder-, Haus- oder Frauenarzt. Damit sind oft die Weichen gestellt zur Pathologisierung eigentlich natürlicher und gesunder Vorgänge und das schon bevor ein junges Mädchen überhaupt seine erste Menstruation hatte.
Klagt ein junges Mädchen über Ausfluss, sollte durch einen Besuch beim Arzt abgeklärt werden, ob der Fluor natürlich ist oder nicht. Das ist grundsätzlich aber von beiden Seiten erst einmal als vorsorgliche Untersuchung zu betrachten. Liegt keine krankhafte Veränderung vor, rate ich der Ärztin oder dem Arzt, ein wirklich aufklärendes Gespräch mit dem Mädchen zu führen. Dass die Scheide für eine normale Funktion geringe Mengen von Flüssigkeit absondern muss oder dass der tägliche Wechsel des Höschens eine ganz gute vorbeugende hygienische Maßnahme ist. Ist pathologischer Fluor vorhanden, liegt die Ursache oft auch in unzweckmäßiger Bekleidung, z.B. Wäsche aus Synthetik (Höschen, Strumpfhosen) oder hautengen und besonders im Schritt sich einpressenden Hosen.

Aus Angst und Schamgefühl vor ihren eigenen Gerüchen und Körperflüssigkeiten führen sich junge Mädchen nicht selten auch schon vor der Menarche (dem Beginn der Menstruation) Tampons ein, manche sogar täglich! Andere tragen aus den gleichen Gründen ständig Slipeinlagen, um die Wäsche zu schonen (warum eigentlich?).
Mit dem Einsetzen der Menarche greift ein junges Mädchen dann oft endgültig zum Tampon, weil es so den gelernten Reinigungsgeboten zu genügen meint. Ich kann das nicht gutheißen und finde es im Übrigen einen deprimierenden Einstieg in das Dasein als erwachsene Frau.

Ich empfehle inzwischen jungen Mädchen Tampons nicht mehr als generelle Menstruationshygiene. Ich rate sogar eher ab und informiere sie über Alternativen, zum Beispiel auch über Baumwoll- oder Seidenbinden, mit denen sie den drei Grundsätzen sauber, trocken und luftig folgen können. Es hat mich verwundert, wie viele junge Mädchen und auch Frauen nach einem aufklärenden Gespräch bereit waren, ihre Genital- und Menstruationshygiene zu ändern, und es dann auch getan haben.

 

 

 

Literaturempfehlungen

Menstruation, Weiblichkeit und Frauengesundheit – persönliche Buchempfehlungen von Kulmine.

Frauen-Heilkunde und Geburts-Hilfe

Integration von Evidence-Based-Medicine in eine frauenzentrierte Gynäkologie
Maria J. Beckermann, Friederike M. Perl – 2 Bände mit Registerband. Schwabe Verlag, Basel, 2004
Nur Frauen haben an diesen begeisternden Werken geschrieben. Es geht um Heilkunde im wahren Sinn des Wortes. Und obwohl in erster Linie für Fachleute geschrieben, sind die Bücher leicht verständlich. Petra hatte vor dem Lesen hervorragendes erwartet und war danach trotzdem überrascht und erfreut über die Inhalte. Aus dem Klappentext: „Erstmals äußern sich hier erfahrene Frauenärztinnen dazu, wie sie ihre Patientinnen behandeln unter der Maßgabe, wie sie selbst als potentielle Patientinnen behandelt zu werden wünschen. Das Buch ist geschrieben von Expertinnen mit einem großen Erfahrungshintergrund aus Klinik und Praxis. Damit wird es auch der Realität von ÄrztInnen in ambulanten gynäkologischen Praxen gerecht.“

Kamasutra für Frauen – Körperbewußtsein, Sinnlichkeit und Erfüllung

Vinod Verma, Econ Taschenbuch
Ein überzeugender Ansatz für unterstützende und respektvolle Partnerschaft zwischen Partner:innen und mit Kindern, sowie mit dem Körper und der Sexualität.
Vinos Verma vermittelt in dem Buch außerdem sehr empfehlenswerte Yogaübungen. Ihr ist gelungen, was ich als Rarität begreife: Die Übungen sind aus dem Buch heraus korrekt zu erlernen! Leider nur noch im Antiquariat erhältlich.

Frauenköper neu gesehen

Laura Méritt – Orlanda Frauenverlag
Illustriertes Handbuch. Es enthält über 200 Zeichnungen der weiblichen (und manchmal männlichen) Anatomie. Es sind die schönsten anatomischen Zeichnungen, die ich bis heute gesehen habe und dabei von beeindruckender Deutlichkeit.

clio – Die Zeitschrift für Frauengesundheit

Feministisches Frauen Gesundheits Zentrum e.V. Berlin
Feministische Einschätzungen zu Gesundheitspolitik und Frauengesundheit. In einfacher und verständliche Sprache werden Erkrankungen und ihre Behandlungsmöglichkeiten dargelegt, zum Teil auch aus der Sicht von Betroffenen. Pro Jahr erscheinen zwei Ausgaben. Sie sind in der Bibliothek des FFGZ und zum Teil in anderen Frauenzentren einzusehen. Grundlegende Artikel können jahrelang auch online nachgeschlagen werden.

Rubinrote Zeit – Beginn der Menstruation

Julia Becket, Diametric-Verlag
„Erinnerst du dich?“ Frauen im Alter von 19 bis 90 erzählen… Ursprünglich zur Initiation ihrer eigenen Tochter gedacht, hat Julia Becket mehr als 30 Frauen erzählen lassen, wie es war, als sie zum ersten Mal bluteten. Daraus entstand eine Sammlung lebendiger Erinnerungen aus vier Frauengenerationen an die Zeit der ersten Regel. Sehr persönliche Bekenntnisse zum Frauwerden, die von dem sich wandelnden Selbstverständnis während der vergangenen acht Jahrzehnte erzählen und darüber, wie frau sich behalf, bevor der Tampon und der Begriff „Damenhygiene“ erfunden wurden.

Blutrot. Was Menstruation bedeutet

Gabriele Reher-Juschka, Christel Biebrach – Verlag Donna Vita
Ein sehr empfehlenswertes Buch für Mädchen zur Menarche. Im Antiquariat erhältlich.

Menarche – der Mondring.

Feste und Geschenke zur ersten Menstruation.
Margaret Minker – dtv Ratgeber
Empfehlenswert für alle Frauen/ Eltern die ihren Mädchen einen starken und gleichzeitig sanften Weg in das Frausein wünschen. Im Antiquariat erhältlich.
Hier finden Sie einige unserer Gedanken dazu.

Lustvoll: Sex in jedem Lebensalter

Rina Nissim, Anke Mai – Orlanda Frauenverlag.

Die Hebammen-Sprechstunde

Ingeborg Stadelmann – Stadelmann-Verlag
In einer vollständig überarbeiteten Neuausgabe im Stadelmann Verlag erschienen! Mit aktualisiertem und erweitertem Inhalt. Einfühlsame und naturheilkundliche Begleitung zu Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit mit Heilkräutern, homöopathischen Arzneien und ätherischen Ölen. 

Natürlich & sicher: Das Praxisbuch.

Sichere Empfängnisregelung ohne Nebenwirkungen. Familienplanung mit sensiplan. Mit dem richtigen Timing zum Wunschkind
Arbeitsgruppe NFP, Ursula Sottong MPH – Trias-Verlag
Dieser Leitfaden enthält alle wichtigen Informationen, um mit NFP sicher verhüten zu können. Einleitend werden die Grundlagen der Fruchtbarkeit bei Frauen und Männern erklärt, sowohl anatomisch, als auch hormonell. Anschließend werden ausführlich alle Körpersignale erläutert und darauf aufbauend die Regeln der symto-thermalen Methode erklärt. Ein Extrakapitel befasst sich mit den besonderen Situationen des Kinderwunsches und Lebensphasen wie NFP in der Stillzeit oder den Wechseljahren. Auch auf die Sondersituation nach der Pille wird eingegangen.

Natürlich und sicher: Das Arbeitsheft

Mit Zyklusbeispielen von Pubertät bis Wechseljahre
Arbeitsgruppe Arbeitsgruppe nfp – Trias Verlag
Dieses Arbeitsheft ermöglicht es, eine sehr gute Routine im Auswerten von NFP-Zykluskurven zu erlangen. Außerdem werden die Regeln noch einmal erläutert. Es bietet eine Fülle von Kurven und einen ausführlichen Lösungsteil. Dieses Heft ist besonders dann empfehlenswert, wenn kein NFP-Kurs besucht wird oder kein Wissen im Internet ausgetauscht wird.

Natürliche Familienplanung heute: Modernes Zykluswissen für Beratung und Anwendung

Elisabeth Raith-Paula, Petra Frank-Herrmann, Günter Freundl – Springer Verlag
Dieses Buch wendet sich nicht in erster Linie an Erstanwenderinnen. Mit ausführlichen Hintergrundwissen zu Entstehung der NFP, den verschiedenen Varianten und der umfassenden Sammlung von Studien zu Sicherheit und Gebrauch es ist jedoch eine hervorragende Möglichkeit, Wissen zu vertiefen.

„Sie brauchen die Gebärmutter ja nicht mehr…“

Frauen berichten über Gebärmutterentfernung und die Folgen Johanna Vedral – GRIN.com
Johanna Vedral wollte wissen, welche „subjektiven Theorien“ Frauen zur Bedeutung dieses wichtigen weiblichen Organs haben: wie es zur Hysterektomie kam, wie es ihnen mit und nach der Operation erging, was das für ihre Sexualität und Partnerschaft bedeutete und was sie aufgrund ihrer Erfahrungen betroffenen Frauen raten. Nach Abschluss dieser Arbeit sieht sie die Gebärmutter vor allem als Chance, eine eigene, ganz subjektive Definition von Weiblichkeit zu finden.
 

Weitere Buchempfehlungen
Herausgegeben von Alwine Witte (Magister in Geografie und Germanistik, Oldenburg). Eine hervorragende Sammlung.

Lieblingslinks

 

Gesund & nachhaltig

Plastic Planet
Warum wir (unter anderem) auf Plastik verzichten, wo es nur geht. Die Dokumentation ist seit kurzem frei zugänglich und legal im Internet abrufbar.

minimal waste
Ein Blog, der sich an eine genaue Aufrechung gewagt hat, wie ökologisch Stofftaschentücher im Vergleich zu Papiertaschentüchern sind.

 

 

Aufklärung

Besuch bei der Frauenärztin
Junge Frauen aus der farsisch-/persisch-sprachigen Community haben einen ca. 7-minütigen Aufklärungsfilm entwickelt. Auch auf türkisch, farsi/persisch, arabisch und englisch.

Der Mond in Dir
Die offizielle Seite zu einer wundervollen Dokumentation über die Menstruation (auf englisch). Auf Arte gibt es eine schöne Beschreibung (in deutsch) und hier kann man einen TEDTalk von Diana Fabianova, der Filmemacherin, ansehen (slovakisch mit englischen Untertiteln)

Celebrating Your First Period
Ein kleines, schönes Video zur Menarche (auf englisch).

mamas-milchstrasse
Die informative Homepage zum Thema Stillen und Muttermilchernährung und vieles mehr...

Stillen im Krankenhaus

 

 

Mens & Co im öffentlichen Diskurs

Cosmopolitan online
85 Prozent aller Tampons beinhalten krebserregende Stoffe

 

Frauengesundheit

Gemeinschaftspraxis Schleicher & Brückl
Hier wird sorgfältig untersucht; in München

Anja Peters
Gynäkologie und Krebstherapie, Praxis für Antroposophische Medizin, Naturmedizin – Hier wird der Mensch gesehen; in Bordesholm

Monika Bänninger
Gesundheitspraxis für Frauen & Mädchen – seit über 10 Jahren; in Basel, Schweiz.

IFMGZ | Holla e.V.
Interkulturelles Frauen und Mädchen Gesundheitszentrum; in Köln

Hebammengemeinschaft Mittendrin
Individuelle Begleitung von Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit in der Praxis und zu Hause.

 

 

Netzwerk

Regenwald.org
Kulmine Produkte werden aus den unterschiedlichsten Gründen benutzt und geschätzt. Manche Frauen finden den Zugang zu alternativer Monatshygiene über ihr Engagement für die Umwelt und speziell für den Regenwald.

Ella Berlin – Vulvina
„Ich möchte, dass Frauen und Mädchen gesund und glücklich im eigenen Körper leben.“

Melamint Design
Corporate Identity, Illustration, Typografie und künstlerische Grafik

GLS Gemeinschaftsbank
Geld ist für die Menschen da – nachhaltig, transparent, gemeinsam

 

 

bemerkenswerte Kundinnen

Felicitas Bethmanns Kräuterkiste
Neues und altes Wissen rund um heimische Kräuter.

Polly Paper
Umweltfreundliche Schreibwaren. „Mein Ziel ist es, immer die ökologischte Variante eines Produktes zu finden.“

Mehr als Grünzeug
Bemerkenswerter Artikel über Plastik

grüner Alltag
Anne Tieseler blogt über: GENUG {glücklich, einfach, nachhaltig und gesund} LEBEN

 

kleine Geschichte der Menstruation

Rätselhafte Vergangenheit – vom Diana-Gürtel zur Hela

Wir Mädchen und Frauen menstruieren, seit es uns Menschen gibt. Dass es nur wenig Zeugnisse über den ganz frühen Umgang mit der Monatsblutung gibt, dürfte zum einen an der fast ausschließlich männlichen Geschichtsschreibung liegen, die dem Thema aus der eigenen Perspektive wenig Bedeutung beigemessen hat. Der zweite Aspekt ist das jahrtausendealte Tabu um das Thema Menstruation, zu dem sich Ursprünge in der Antike finden lassen und das bis heute wirkt…

Gerüchte

Gerüchte um toxisches Menstruationsblut und angeblich schädlicher Einfluss menstruierender Frauen auf Ernte, Nahrungsmittel oder Männer finden sich bei Aristoteles und in der Bibel und halten sich bis weit ins 20. Jahrhundert in Deutschland. Wissenschaftlich endgültig widerlegt wurden sie erst 1958 [1]. Die wenigen Zeugnisse, die es gibt, weisen darauf hin, dass schon in frühesten Zeiten Materialien wie Bast, Gras oder Fell verwendet wurden, um das Blut aufzufangen. Frauen im alten Ägypten sollen weiche Papyrusblätter nicht nur als Einlagen verwendet, sondern auch gerollt in den Körper eingeführt haben, um das Blut dort aufzufangen. [2] Im alten Griechenland dienten nach Überlieferung des Arztes Hippokrates in Leinen gewickelte Holzstücke dem gleichen Zweck. [3]

Freie Menstruation im Mittelalter

Im Mittelalter war es nicht üblich, Unterwäsche zu tragen. Frauen konnten daher keine Einlagen verwenden und ließen ihr Blut einfach ablaufen. Dies hielt sich bei der Landbevölkerung bis ins 19. Jahrhundert. Später nutzten Frauen vor allem selbst genähte Binden aus Stoffresten, wie alten Hemden und Hosen, oder auch Strickbinden. [Bild 1] Sie wurden oftmals gemeinsam von menstruierenden weiblichen Familienmitgliedern verwendet. [4] Mit Knöpfen versehen konnten die Binden an einen Gürtel oder in eine spezielle Menstruationshose geknüpft werden. Ärztliche Hygieneanweisungen aus dieser Zeit sind widersprüchlich: Während die einen empfahlen, Binden während der gesamten Menstruation nicht zu wechseln, rieten andere zu mehrmals täglichen Waschungen inklusive Scheidenspülungen. [5] Durch das sichtbare Abfließen lassen des Blutes oder das Auswaschen blutiger Binden auf öffentlichen Waschplätzen war es lange Zeit offensichtlich, wann eine Frau menstruierte – was ihre Diskriminierung in dieser Zeit erleichterte. Dies änderte sich mit dem Übergang zum 20. Jahrhundert.

Moderne Menstruationshygiene im 20. Jahrhundert

Am Ende des 19 Jahrhunderts kam zunächst der Diana-Gürtel mit waschbarer Einlage auf den Markt, der sich vor allem an Frauen der Oberschicht oder Tänzerinnen und Schauspielerinnen richtete, da er eine höhere Beweglichkeit versprach.[Bild 3] Zeitgleich gab es die erste Einweg-Binde, die Mulpa Damenbinde, zu kaufen. 
Die darauffolgenden ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts veränderten die deutsche Gesellschaft. Emanzipationsbestrebungen führten nicht nur zum Frauenwahlrecht und mehr weiblicher Teilhabe am öffentlichen wie auch am Arbeitsleben. Vertreterinnen der Frauenbewegung widersprachen auch vehement dem bis dato propagierten krankhaften Zustand menstruierender Frauen [6].

Von diesen Entwicklungen profitierte die Camelia-Binde, die 1926 von den Vereinigten Papierwerken Nürnberg entwickelt wurde. [Bild 4] Sie wurde ein durchschlagender Erfolg, versprach sie doch den Frauen die Möglichkeit der neuen Freiheit am Arbeitsplatz, auf dem Fahrrad und in modernen, enggeschnittenen Hosen und Kostümen von der Stange auch während der Periode. [7] Gleichzeitig kündigt sich hier schon eine Kehrseite der neuen Freiheit an: die Pflicht zur Diskretion. Die Camelia wurde, wie schon Strickbinden, ausschließlich über den Textilhandel vertrieben, der den Frauen folgendes Verfahren anbot: „Die Händler erhielten mit den bestellten Camelia-Binden weißes zugeschnittenes Papier, um die blauen Schachteln diskret verpacken zu können. Für die Käuferinnen selbst gab es Zettel mit der Aufschrift: „Bitte geben Sie mir eine diskret verpackte Camelia-Schachtel.“ [Bild 5] [8]

Mehr Diskretion durch Tampons

Diskretion versprach auch eine andere Entwicklung: In den 1930er Jahren entwickelte der US-amerikanische Hausarzt Earle Haas den ersten Tampon. Vorbild dafür war angeblich die Erzählung einer Freundin, die saugfähige Seeschwämme während ihrer Blutung einführte. Haas band Baumwollkompressen zusammen und versah sie mit einem Rückholbändchen. Das Patent für diese Idee kaufte ihm 1933 die deutschstämmige Gertrude Tenderich ab, gründete die Firma Tampax und begann die Tamponproduktion an der heimischen Nähmaschine. Bekannt gemacht wurde das neue Produkt 1936 mit der Werbung in einer großen amerikanischen Zeitung. Ab 1938 wurden die Tampons in Großbritannien vertrieben. Im Jahr 1950 waren sie auch in Deutschland zu erwerben. Tampax vertrieb seine Tampons mit Applikator. Der erste per Hand einzuführende Tampon, o.b. – ohne Binde – entwickelt von Carl Hahn, war ebenfalls ab 1950 zu erwerben. [9]

Wir von Kulmine haben von verschiedenen „Gründungsmythen“ der Tampons gehört, wie zum Beispiel von Krankschwestern im Lazarett, die Watte täglich bei den Soldaten zur Stillung von Blutungen einsetzten und dieses System für sich zu übertragen wussten. Wir freuen uns, wenn noch jemand dazu Quellen oder noch andere sachdienliche Hinweise ;-) beitragen kann. Mit Ihrer Hilfe werden wir diese Anmerkung dann zeitnah aktualisieren können!

Später Durchbruch für die Kappe

In die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts fällt auch die Geburtsstunde eines anderen Produkts, das jedoch etwas länger auf seinen Erfolg warten musste. Die US-Amerikanerin Leona Chalmers, Schauspielerin und Sängerin, meldete in den 1930er Jahren ein Patent auf einen kleinen Kelch aus vulkanisiertem Gummi – die erste Menstruationstasse – an. [Bild 6] [10]

Vom Mangel zur Vielfalt

Nachdem während des zweiten Weltkriegs wegen Rohstoffmangels Frauen wieder vermehrt auf selbstgemachte Stoff- und Strickbinden zurückgreifen mussten oder beim Kauf von Einwegbinden Altpapier im Tausch abgeben mussten, nahm die Produktion in der BRD nach Kriegsende wieder an Fahrt auf.
In der DDR dauerte der Anlauf der Produktion etwas länger. Bis 1954 konnte man noch die Binden aus westdeutscher Produktion kaufen, danach nur noch DDR-Produkte [11], die oft Mangelware waren. Die populärsten Binden waren die Marken „Alba Zell“ und „Rosa“. Zwei Firmen stellten Tampons her. [12]

In der BRD vervielfältigte sich ab den 1970ern für Frauen das Angebot: 1973 erschien mit der Camelia 2000 die erste Binde mit Haftstreifen, ab 1972 gab es Tampons in der Größe mini und 1976 auch eine mini-Camelia-Binde. Dies soll im Zusammenhang mit der Einführung der Anti-Babypille und davon ausgelösten schwächeren Blutungen stehen. Anfang der 1980er Jahre wurde die ersten parfümierte Binde vertrieben und ab 1986 spezielle Nachtbinden. Weitere Entwicklungen waren Binden für Tangas und schwarze Einlagen für dunkle Unterwäsche. [13]
Außerdem waren ab Ende der siebziger Jahre Slipeinlagen erhältlich. Schnell entwickelten sie sich zu einer stark nachgefragten Hygieneware – rund 40 Prozent aller Frauen benutzen heute Slipeinlagen als täglichen Wäscheschutz. [14]

Aber auch andere, schon lange bekannte Produkte bereicherten wieder verstärkt den Markt der Menstruationshygiene. Mit der Frauen- und Umweltschutzbewegung wurden in den 1980ern sowohl Naturschwämme [Bild 7] populärer als auch Menstruationstassen, die mittlerweile aus medizinischem Silikon gefertigt wurden. Schon seit 1993 gibt es auch Kulmines, die damals noch Die Vivas hießen. Damals machte Kulmine Stoffbinden vor allem in den deutschsprachigen Ländern wieder marktfähig und fand seitdem viele Nachahmer.

Der Markt der Möglichkeiten


Die Geschichte unserer Menstruationsprodukte zeigt den Einfluss, den gesellschaftliche Entwicklungen auf die Produkte hatten und haben, aber auch, wie Produkte das Leben von Frauen und damit auch die Gesellschaft verändern. Mit der Entwicklung moderner, kleiner Einwegprodukte war eine freiheitlichere Alltagsgestaltung und gleichberechtigtere Teilhabe am Arbeitsleben möglich. Damit stieg aber auch der Druck auf Frauen, diskreter zu menstruieren, d.h. zum einen etwaige Beschwerden nicht zu äußern, aber auch unsichtbar und unriechbar zu bluten, wovon parfümierte Binden zeugen.
Die heute wieder populärer werdenden Alternativen zu Einwegartikeln – Stoffbinden, Menstruationscups und Schwämmchen – haben, wie oben zu lesen ist, eine lange Tradition. Gleichzeitig stehen sie auch für einen bewussteren, offeneren Umgang mit der eigenen Blutung, weil das Blut auf dem Stoff oder im Cup nicht nur sichtbarer ist, sondern auch ausgewaschen werden muss. Dieser bewusste Umgang mit der eigenen Blutung ist für viele Frauen neben Umweltschutz und Nachhaltigkeit ein ebenso wichtiger Grund für die Nutzung von alternativen Menstruationsprodukten.
Auch das Thema der freien Menstruation wurde im letzten Jahr schließlich wieder einer breiteren Öffentlichkeit bekannt durch Kiran Gandhi, die während ihrer freien Menstruation einen Marathon lief.

Der Markt der Menstruationsprodukte in Deutschland ist heute breit gefächert und bunt bestückt. Frauen und Mädchen haben die Wahl zwischen Einweg- und Mehrwegprodukten, zwischen Produkten aller Preisklassen und verschiedener Materialien. Mit ihrer Wahl treffen sie auch eine Entscheidung über ihren Umgang mit ihrer Menstruation und ihrer Umwelt. Dass diese Entscheidungsfreiheit nicht weltweit gegeben ist, darauf weist der weltweite Menstruationshygiene-Tag hin, den es seit 2014 gibt. Aber auch in Deutschland gibt es Frauen, die aufgrund großer Armut und fehlenden Möglichkeiten, z. B. durch Wohnungslosigkeit oder durch strenge, stark von alten Tabus geprägten Lebensumfeldern keine freie Wahl haben.

Entwicklung bei Kulmine


Insbesondere bei Kulmine ist die Zeit nicht stehen geblieben. Laufend und oft in Zusammenarbeit mit Kundinnen werden passende Produkte für bestimmte Bedürfnisse entwickelt, so dass bis heute ein breites Sortiment entstanden ist – aus verschiedenen Formen und Farben, mit oder ohne Knöpfe und von der Tangaeinlage  bis zur Wochenbettbinde.
Das Modell
„Hela“ – die Faltbinde mit Steg – ist im Rahmen der MHDays 2016 zum Nachschneidern freigegeben und die Anleitung als Freebook zum Download bereitgestellt.

Text: Larissa Zücker

 

Hering, Sabine/Maierhof, Gudrun: Die unpässliche Frau. Sozialgeschichte der Menstruation und Hygiene. Frankfurt a.M. 2002.

Knauß, Louise: Menstruationshygiene. Zur Bedeutung von Hygieneartikeln bei der Internalisierung von Sauberkeitsnormen 1920-2006. Saarbrücken 2008.

Schlehe, Judith: Das Blut der fremden Frauen. Menstruation in der anderen und in der eigenen Kultur. Frankfurt a.M./New York 1987.

Zinn-Thomas, Sabine/Stolle, Walter: Menstruation. Monatshygiene im Wandel von 1900 bis heute. Ausstellungskatalog. Darmstadt 1998.

[1] Hering, Sabine/Maierhof, Gudrun: Die unpäßliche Frau. Sozialgeschichte der Menstruation und Hygiene. Frankfurt a.M., S. 82.
[2] http://www.ikw.org/fileadmin/content/downloads/IKW-Allgemein/IKW_EDANA-Tampon-Dossier-deutsch-051206.pdf
[3] http://www.ikw.org/fileadmin/content/downloads/IKW-Allgemein/IKW_C-Infodienst-Frauenhygieneprodukte.pdf
[4] Zinn-Thomas, Sabine/Stolle, Walter: Monatshygiene im Wandel von 1900 bis heute. Darmstadt 1998, S. 38.
[5] Vgl. Hering/Maierhof 2002, S. 66.
[6] Vgl. ebd., S. 77ff.
[7] Vgl. ebd., S. 78.
[8] 60 Jahre Camelia, Hrsg.: Vereinigte Papierwerke AG, Nürnberg o.J., S. 9ff. zitiert nach Hering/Maierhof 2002, S. 79.
[9] http://www.ikw.org/fileadmin/content/downloads/IKW-Allgemein/IKW_C-Infodienst-Frauenhygieneprodukte.pdf
[10] http://www.welt.de/gesundheit/article133622111/Das-kann-der-Silikon-Ersatz-fuer-den-Tampon.html
[11] Vgl. Zinn-Thomas/Stolle 1998, S. 41.
[12] Ebd., S. 45.
[13] Knauß, Louise: Menstruationshygiene: zur Bedeutung von Hygieneartikeln bei der Internalisierung von Sauberkeitsnormen 1920-2006. Saarbrücken 2008, S. 37f.
[14] http://www.ikw.org/fileadmin/content/downloads/IKW-Allgemein/IKW_C-Infodienst-Frauenhygieneprodukte.pdf

Vielen herzlichen Dank für diese wundervolle Arbeit! Das Kulmine-Team