Warum es bei Kulmine keine Periodenunterwäsche („Period Panties“) gibt

Inhaltsstoffe von Period Panties – fragwürdig bis gesundheitsschädigend? Betrachten wir die aufgeführten Bestandteile einer Periodenunterhose, so fallen uns drei Punkte besonders kritisch auf.
Inhaltsverzeichnis

Oder: Braucht Menstruationshygiene Biozide und Plastik?

Trend: Periodenunterwäsche, auch Menstruationsunterwäsche oder Period Panties genannt

Neben Monatshygieneartikeln wie Stoffbinden, Naturschwämmchen und Menstruationstassen soll auch Periodenunterwäsche eine nachhaltige Alternative zu Wegwerf-Binden und Tampons bieten. Immer mehr Anbieter:innen von Menstruationshöschen scheinen sich auf dem Markt etablieren zu wollen. Gerade auf der Social-Media-Plattform Instagram werben Hersteller:innen für Period Panties. Beschrieben werden die Period Panties als nachhaltig, bequem, schön und „auslaufsicher“. Die waschbare und wiederverwendbare Periodenunterwäsche soll demnach nicht nur helfen, monatliche Mengen an Müll durch Wegwerf-Artikel zu vermeiden. Sie soll außerdem den Geldbeutel schonen. Argumente, die auf den ersten Blick fast alle einleuchtend klingen. Einleuchtend insbesondere für die Zielgruppe, die damit angesprochen werden soll: vor allem menstruierende Mädchen und Frauen, die sich für Nachhaltigkeit interessieren oder nach einem alternativen Produkt für ihre Monatsblutung suchen.

Periodenunterwäsche und Kulmine?

Bei Periodenunterwäsche und ihrer Funktionalität sowie ihres Anspruches geht es teilweise um Kernthemen, für welche Kulmine – bewusst natürlich seit 1993 – steht und eintritt: 

  • zuverlässigen Schutz
  • hohen Tragekomfort
  • eine langfristig günstige Investition 
  • und gleichzeitig die Leistung eines Beitrags zur Müllvermeidung und damit zum Schutz der Umwelt. 

Das machte uns neugierig – und führte dazu, dass wir uns intensiver mit dem gehypten Produkt und seinem Versprechen auseinandersetzten. Kund:innen fragten uns, ob Kulmine künftig Periodenunterwäsche anbieten würde. Wir stießen auf einen Periodenunterwäsche-Test, der uns weiter neugierig machte. So entschlossen wir uns, das Produkt einmal ganz genau unter die Lupe zu nehmen.  Wir fragten uns: Wie funktioniert Menstruationsunterwäsche? Ist sie tatsächlich nachhaltig? Welche Bedürfnisse möchte und kann sie (wirklich) erfüllen? Und welche Bedeutung hat dieser Trend für uns selbst als Unternehmen? Unser klarer Standpunkt zum Trendprodukt „Periodenslips“ ist das Ergebnis dieser intensiven Betrachtung. 

Wie funktionieren Period Panties?

Als Menstruationsunterwäsche, Periodenunterwäsche, Periodenslips oder Period Panties bezeichnen die Hersteller Unterhosen, die während der Menstruation getragen werden. Die Unterwäsche soll das Menstruationsblut auffangen – mittels einer in den Steg des Höschens integrierten Saugzone. Der Steg besteht dabei meist aus mehreren Schichten, die übereinander liegen:

  • die oberste Lage, die in direkte Berührung mit der Haut kommt, besteht meist aus Baumwolle, Merinowolle oder auch aus synthetischen Materialien
  • die mittlere Schicht soll das Menstruationsblut absorbieren. Sie besteht fast immer aus synthetischen Materialien und enthält manchmal antibakterielle Zusatzstoffe (Biozide), die eine Keimvermehrung und Geruchsentwicklung hemmen sollen
  • die unterste Lage soll ein „Durchbluten“ oder „Auslaufen“ verhindern und ist daher dank einer eingearbeiteten Kunststofffolie flüssigkeitsundurchlässig
Darstellung der unterschiedlichen Stoffschichten bei Periodenunterwäsche

Periodenunterwäsche im Test

Das laut eigener Beschreibung nachhaltige Online-Magazin Peppermynta widmet sich Themen wie „Fair Fashion“, „Natural Beauty“ und „Eco Lifestyle“. Dabei will das Magazin auch aktuelle politische und wirtschaftliche Trends rund um das Thema Nachhaltigkeit diskutieren. Die Redaktion des Web-Magazins recherchierte ausführlich zum Thema Periodenunterwäsche und testete und verglich die Periodenunterwäsche von verschiedenen Marken. Ausschlaggebend für die Idee, einen Vergleichstest durchzuführen, war eine anfängliche Begeisterung für das vermeintlich nachhaltige Produkt. Doch im Zuge der Untersuchung traten immer mehr Fragen und Unstimmigkeiten auf. Peppermynta schreibt: „Die Grundidee von Period Panties finden wir eigentlich grandios. […]So dachten wir anfangs jedenfalls. […]Doch während der Recherche und dem Aufbau eines eigenen Fragenkatalogs, kamen uns immer mehr Aussagen und Informationen merkwürdig vor. […]“ Bei dem im Mai 2021 erstmals veröffentlichten und Anfang 2022 aktualisierten Test ging es also nicht primär um Aspekte wie Ästhetik und Tragekomfort. Vielmehr ging es darum, 

  • ob die Period Panties ihr Nachhaltigkeitsversprechen tatsächlich halten können
  • wie sie sich im Praxistest bewähren
  • und vor allem auch um die Transparenz der Hersteller in ihren Angaben zu den Produkten.

Zwölf Frauen aus dem Redaktionsteam von Peppermynta testeten über einen Zeitraum von mehreren Monaten die Periodenunterhosen von elf verschiedenen Hersteller:innen. Mit den Hersteller*innen standen sie für konkrete Nachfragen und Feedbacks überwiegend auch in direktem Kontakt. Darüber hinaus führte die Redaktion einen umfangreichen Materialcheck in Zusammenarbeit mit einer Textilingenieurin durch. Zum Thema Biozide befragten sie weitere Fachexpert:innen. Unsere Beobachtungen im Verlauf dieses Artikels beziehen sich zum Teil auf diesen Periodenunterwäsche-Test. 

Inhaltsstoffe von Period Panties – fragwürdig bis gesundheitsschädigend?

Betrachten wir die oben aufgeführten Bestandteile einer Periodenunterhose, so fallen uns drei Punkte besonders kritisch auf.

Periodenunterwäsche ist nicht umweltfreundlich

Durch ihren Plastikanteil, der die Höschen „auslaufsicher“ macht und ein „Durchbluten“ vermeiden soll, ist Periodenunterwäsche nicht ökologisch oder nachhaltig. Denn der oft verwendete Materialmix, der u.a. Polyester und andere Kunststoffe enthält, ist nicht recyclebar und somit nicht umweltfreundlich.

Birgt Periodenunterwäsche gesundheitliche Risiken?

Wir sehen insbesondere die antibakterielle Schicht der Unterhosen kritisch. Bei dieser kommen mitunter Biozide wie Silberchlorid oder Zink-Pyrithion zum Einsatz. In Kosmetika darf Zink-Pyrithion aufgrund einer neuen EU-Verordnung seit März 2022 nicht mehr verwendet werden. Viele Period Panties können aufgrund ihrer Bestandteile nicht hygienisch bei 60 Grad gewaschen werden. Das ist die Mindesttemperatur, die dafür sorgt, dass Viren und Keime abgetötet werden. Deshalb nutzen einige Hersteller:innen Biozide, die diesen Zweck erfüllen. Was die Kund:innen jedoch oft nicht wissen: 

  • Diese Wirkstoffe stehen in Verdacht, gesundheitliche Risiken zu bergen (Gefährdung der Fruchtbarkeit, Hervorrufen von Hautirritationen und Allergien)
  • Biozide können sich beim Waschen lösen und dadurch in die Umwelt gelangen, wo sie dann Wasserorganismen schaden können .

Periodenunterwäsche ist also nicht so nachhaltigwie sie auftritt. 

Periodenunterwäsche hat ein Geruchsproblem

Hinzu kommt, dass Menschen, die konventionelle Einweg-Menstruationsprodukte verwenden, häufig unangenehme Gerüche mit ihrer Blutung in Verbindung bringen.Die Annahme ist meist, dass das Menstruationsblut (oder der Vulvinafluss) selbst einen unangenehmen Geruch mit sich bringe. Unangenehme Gerüche entstehen jedoch (bei gesunden Menschen) aus drei Gründen:

  1. wenn das Menstruationsblut (oder der Vulvinafluss) mit Kunststoffen in Berührung kommt
  2. wenn wenig frische Luft zur Verfügung steht
  3. wenn es sehr warm ist.

Denn dann sind für (natürlich vorkommende) Bakterien gute Bedingungen gegeben, sich zu entwickeln Die bakteriellen Abbauprozesse sind dann die Ursache für die unangenehmen Gerüche. 

Mit eben diesem Geruchsproblem haben folglich auch Period Panties zu kämpfen. Häufig ist es bei diesen noch stärker ausgeprägt, wie auch unsere eigenen Erfahrungen mit Period Panties gezeigt haben. Denn Period Panties haben eine durchschnittliche Tragedauer von mehreren Stunden, so dass ein bestimmter Teil des Körpers von der integrierten Kunststoffschicht weitestgehend luftdicht eingeschlossen ist. Das Resultat: Das aufgefangene Blut kann nicht trocknen. Dies hat ein warm-feuchtes Klima zur Folge, was wiederum zu den unangenehmen Gerüchen führt.
Um der Geruchsbildung entgegenzuwirken, kommen an dieser Stelle dann in vielen Einwegprodukten und bei den hier diskutierten Menstruationshöschen die bereits erwähnten bioziden Wirkstoffe zum Einsatz. Diese können das Bakterienwachstum zwar verringern, aber letztendlich nicht verhindern. Dieses Phänomen kennen viele z.B. auch von verschwitzter Sportkleidung, die meist aus Kunstfasern besteht. Wie belgische Forscher:innen schon vor einigen Jahren herausfanden, riechen verschwitzte Textilien aus Polyester strenger, weil diese künstlichen Stoffe ein besseres Milieu für die Verbreitung geruchsbildender Keime bieten als beispielsweise Naturstoffe wie Baumwolle. 

Verlässlicher Schutz geht auch ohne Kunststoff und Biozide

Waschbare Slipeinlagen und Binden von Kulmine bestehen aus reiner, nach GOTS und IVN Best zertifizierter Bio-Baumwolle, enthalten keinerlei Zusatzstoffe und bieten trotzdem eine hohe Saugkraft und verlässlichen Schutz im Alltag. Da wir keine Kunststoffschicht verwenden, ist auch der Einsatz von geruchshemmenden Zusätzen nicht notwendig. Die Haut kann atmen und das Blut zum Teil schon in der Binde oder Slipeinlage trocknen. Für viele Kund:innen ist die nicht vorhandene Geruchsbildung ein großer Pluspunkt bei der Verwendung von Stoffbinden von Kulmine. 

Ist Periodenunterwäsche „leakproof“?

Zu den häufigsten Marketingversprechen der Periodenunterwäsche gehört, dass sie „leakproof“, also „auslaufsicher“ sei – scheinbar eines der größten Bedürfnisse der Kund:innen von Menstruationsunterhosen. Wir bei Kulmine finden das in zweierlei Hinsicht problematisch. Denn Periodenunterwäsche  bietet nur unter bestimmten Umständen mehr Schutz gegen ein Durchbluten als z.B. eine Stoffbinde von Kulmine oder andere Menstruationsprodukte. Dies ist der Fall, wenn die Blutung leicht bis mittelstark ist und die Periodenunterwäsche über einen sehr langen Zeitraum getragen werden soll. Allerdings brauchen sich gerade Menschen mit leichter bis mittlerer Blutung um ein potenzielles Durchbluten generell wenig Sorgen zu machen, unabhängig vom gewählten Periodenprodukt. Bei starken Menstruationsblutungen hingegen ist ein durchschnittlicher Menstruationsslip nicht saugstärker als eine Maxi-Stoffbinde von Kulmine. Der Unterschied: Während die Binde nach unten hin durchblutet, wenn sie nicht rechtzeitig gewechselt wird, läuft der Menstruationsslip an den Nähten oder am Rand zwischen Bein und Slip aus. Dabei ist eine Binde erfahrungsgemäß natürlich schneller gewechselt als ein Slip. 

Periodenunterwäsche fördert das gesellschaftliche Tabu 

Dass Menstruationsartikel die Blutung um jeden Preis unsichtbar machen wollen bzw. sollen (Stichwort „Auslaufsicherheit“), lässt sich nicht mit dem Kulmine-Ansatz vereinbaren. Denn wir wollen Menschen zu mehr Natürlichkeit, Verständnis, Akzeptanz und Begeisterung für den eigenen Körper und die eigene Menstruation inspirieren. Das ist es, was unsere Philosophie bei Kulmine ausmacht – ein Plädoyer für ein gutes Körpergefühl!
Das Versprechen, leakproof oder auslaufsicher zu sein, fördert hingegen genau das Gegenteil. Es trägt bei zur Aufrechterhaltung der gesellschaftlichen Tabus rund um das Thema Menstruation. Der Fokus auf die Auslaufsicherheit führt dazu, dass das „Versagen“ eines Menstruationsproduktes und das Sichtbarwerden von Blut in der Öffentlichkeit weiterhin als peinlich und beschämend dargestellt wird. Diese Tabus unterstützen wir nicht. Stattdessen arbeiten wir mit vielen anderen daran, die Menstruationsblutung von angelernter Scham zu befreien.

Und für all diejenigen, deren „Sicherheitsbedürfnis“ bei der Periodenblutung größer ist als bei anderen, z.B. aufgrund einer sehr starken Blutung (Stichwort „Hypermenorrhoe“): Das Kulmine-Sortiment umfasst eine breite Auswahl an verschiedenen Bindenmodellen sowie Menstruationstassen und Menstruationsschwämme, die miteinander kombiniert für noch mehr Sicherheit sorgen können.

Ist die Tragedauer ein Pluspunkt von Period Panties? Abzug bei Haltbarkeit

Bei der Tragedauer kann die Periodenunterwäsche ihre Stärke am besten ausspielen. Bei leichter bis mittlerer Blutung kann eine Menstruationsunterhose mitunter einen ganzen Tag lang (also etwa bis zu zwölf Stunden) getragen werden. Natürlich ist die Tragedauer wie bei allen Menstruationsprodukten immer abhängig von der Intensität der Blutung. Eine lange Tragedauer führt oft zu dem oben bereits erwähnten Nachteil, dass sich Gerüche entwickeln. Außerdem kann die Menstruationsunterhose bei langem Gebrauch im Inneren feucht bleiben. Diese Feuchtigkeit empfinden einige als unangenehm beim Tragen. Das passiert, wenn die Slips, wie beworben, den ganzen Tag lang genutzt werden. Was die Haltbarkeit bzw. Nutzungsdauer von Period Panties angeht, so geben die meisten Hersteller:innen zwei bis drei Jahre an. Durch das häufige Waschen kann nach Ablauf dieser Zeit oft wohl nicht mehr garantiert werden, dass die Höschen ihre Funktion (das Blut aufzufangen) und ihr Versprechen (nicht unangenehm zu riechen) zuverlässig erfüllen.

An dieser Stelle können die Kulmine-Binden deutlich punkten – hier sind es bis zu 15 Jahre Nutzungsdauer. Ein wesentlicher Aspekt im Hinblick auf die Nachhaltigkeit der Produkte.

Zeichnung verschiedener bunter Stoffbindenmodelle von Kulmine

Period Panties  – in bestimmten Situationen sinnvoll

Je nach individuellen Bedürfnissen kann Periodenunterwäsche  dennoch eine gute Option sein. Für manche Jugendliche z.B. kann sie interessant sein, weil sie wie normale Unterwäsche anmutet. So ist sie beim Umkleiden vor dem Sportunterricht in der Schule unauffällig. Manche Menschen nutzen die Menstruationsunterhosen als Back-up zusätzlich zu anderen Produkten. Beispiele sind Ausnahmesituationen, bei sehr starker Blutung oder wenn du längere Zeit nicht wechseln kannst (z.B. bei Vorträgen, auf Reisen, bei weißer Arbeitskleidung im OP). Dabei können die Unterhosen selbstverständlich mit Menstruationscups, Schwämmchen, Tampons und auch Stoffbinden kombiniert werden. Und sicherlich stellen Period Panties eine weitere Möglichkeit dar, Müll zu vermeiden, wenn Menschen den Umstieg von herkömmlichen Einweg-Produkten auf die wiederverwendbaren Slips vollziehen.

Vorteile und Nachteile: Stoffbinden vs. Menstruationsunterwäsche

Stoffbinden von KulmineMenstruationsunterwäsche
Haltbarkeitbis zu 15 Jahre2-3 Jahre
Geruchsbildunggar nicht oder seltenhäufig und teilweise stark
einfach zu wechseln janein
Luftdurchlässigkeitsehr gutgering
enthält Kunststoffneinmeistens
enthält Biozideneinoft
Tragedauerabhängig von der Blutungsmengeabhängig von der Blutungsmenge

Unser Fazit zu Menstruationsunterwäsche

Für uns steht fest: In die Produktion von Menstruationsunterhosen wird Kulmine nicht einsteigen. Aber es gibt tatsächlich  bereits Überlegungen unsererseits dazu, perspektivisch eine hochwertige Periodenslip-Marke in unser Sortiment aufzunehmen (einen ausführlichen Bericht über die verschiedenen wiederverwendbaren Menstruationsartikel, die wir bereits im Angebot haben, findest du hier). Voraussetzung hierfür wäre, dass das Produkt zu unserer Philosophie passt: Es müsste 

  • aus Bio-Baumwolle gefertigt sein
  • ohne Biozide sowie Kunststoffe gefertigt sein
  • dürfte nicht als „auslaufsicher“ beworben werden

Abschließend teilen wir die Ansicht von Peppermynta: Period Panties sehen wir als nachhaltige Monatshygiene zwar kritisch, befürworten es aber, dass jeder menstruierende Mensch selbst entscheiden kann, welche Menstruationsartikel er oder sie benutzen möchte. Von daher: 

Lasst uns doch auch wissen, was ihr über Period Panties denkt – verwendet ihr sie schon oder wären sie grundsätzlich etwas für euch?

Zeichnung roter Unterhosen in verschiedenen Formen

Erfahrungen mit Menstruationsunterwäsche

Unsere Teamfrau Nina und Kulmine Kundinnen Ines und Caro haben bereits Menstruations-Unterhosen ausprobiert und ihre Erfahrungen damit für uns aufgeschrieben.

Nina (Kulmine-Team):

Ich finde das Tragegefühl von Period Panties oder Menstruationsunterwäsche  angenehmer als bei Einweg-Artikeln, aber nicht so gut wie bei Stoffbinden von Kulmine.

Für mich persönlich kommen Period Panties vor allem aus zwei Gründen eher nicht infrage. Erstens bildet sich durch die verwendete Kunstfaser und die vorgesehene lange Tragedauer relativ schnell ein unangenehmer Geruch – bei heißem Wetter schneller, bei kühlem Wetter langsamer.

Und zweitens gibt es – anders als bei Stoffbinden – bei Menstruationsslips nicht so viel absorbierendes Material. Dickflüssigeres Blut und Schleim “liegen” also tatsächlich auf dem Stoff. Dies ließe sich aber einfach umgehen, indem du die Unterhose mit einer Slipeinlage oder Binde aus Stoff kombinierst. Durch den meist sehr eng anliegenden Schnitt kannst du sie jedenfalls sehr gut mit klassischen Kulmines ohne Flügel kombinieren. Ein Argument für diese Kombination ist auch, dass sich nicht so schnell Gerüche bilden.

Bei den Mens-Unterhosen stellt sich außerdem das gleiche Problem wie beim normalen Unterhosenkauf: Eventuell musst du einige Versionen probieren, bis du die findest, die gut zu deinen Bedürfnissen und Körperform passen. Insgesamt finde ich:

Die meisten Frauen brauchen die Mens-Unterhosen nicht. Denn am Ende überwiegen die Vorteile von Stoffbinden, Menstruationstassen und Schwämmchen, die du nach Bedarf wechseln kannst.

Ines (Kulmine-Kundin):

Seit acht Jahren begleiten mich diverse Kulmine-Modelle und -Farben durch den Alltag. Jeden Morgen und vor jeder Reise freue ich mich, die Kulmine auszuwählen, die am besten zu meiner Stimmung, Kleidung und meinem Vorhaben passt. Ich finde, dass die Farben alle unterschiedliche Eigenschaften haben.

An Tagen, an denen kaum die Chance zum Wechseln besteht, nutzte ich lange statt einer Stoffbinde ein großes Schwämmchen und eine Libelle als Überlaufschutz, mehr und mehr wollte ich aber keine Produkte mehr zum Einführen.

Auch Schweiß nehmen die Kulmines sehr gut auf Es entwickelt sich kein Geruch oder Nässegefühl. Seit ich Kulmines verwende, kann ich bedenkenlos helle Hosen tragen und auch beim Reiten und Tanzen auf ein Produkt zum Einführen verzichten.

Da ich ja immer gerne Neues ausprobiere, habe ich vor Jahren auch mal Menstruationshöschen gekauft, mit PUL-Schicht. Allein getragen gefiel mir das nicht. Einen Schwall Blut hat die Periodenunterhose im Vergleich mit den Kulmines sehr langsam aufgesaugt, sodass ein nasses Gefühl entstand. Das habe ich mit Kulmine gar nicht. Relativ schnell lief auch Blut durch die Nähte des Slips.

Trotzdem habe ich Period Panties lange Zeit zum Beispiel bei der Arbeit als zusätzlichen Schutz zusammen mit den Binden von Kulmine getragen. Dabei fand ich es besonders praktisch, dass ich auch die blutige Seite der Kulmine nach unten legen konnte und so häufiger eine frische Seite hatte. Auch wenn die Kulmine das Blut sehr gut aufsaugt, gibt eine frische Seite doch ein angenehmes Gefühl. Ich kam so meist mit einer Faltbinde maxi, kombiniert mit einer klassischen, über einen Arbeitstag. Wenn das nicht gereicht hat, habe ich sie ich nachmittags gegen eine Hela maxi getauscht.

Wie es mit PUL nun mal so ist – das kenne ich schon von Stoffbinden anderer Marken, die eine PUL-Schicht enthalten – schwitze ich dabei aber mehr. Es entwickelt sich also etwas Geruch, im Unterschied zu Kulmine in einem Baumwollslip.

Ich persönlich als von Kulmine Verwöhnte bevorzuge es, nach dem Toilettengang eine frische Lage der Stoffbinde nach oben zu falten. Das betraf aber nur Period Panties einer älteren Generation.

Mittlerweile gibt es so viele unterschiedliche Modelle: komplett ohne PUL oder mit nur sehr dünner PUL-Schicht und verbesserten Nähten, sodass ich an manchen Tagen erstmal nur das Mens-Höschen trage und erst später eine Kulmine zusätzlich nutze, wenn es mir die Mens-Hose zu feucht wird.

Auch beim Sport an sehr starken Tagen finde ich die Höschen praktisch und brauche kein dickes Paket aus Kulmines.

Das Tragegefühl mit Kulmine ist dennoch unschlagbar. Aber es gibt eben Tage, da möchte ich so wenig Gedanken wie möglich an meine Blutung verschwenden. Dann kommen die Höschen zum Tragen.

Ein alternativer Schutz gegen das Durchbluten ist ein Bienenwachstuch.

Ich habe es auf die Größe der Kulmines zurechtgeschnitten und einfach in die Unterhose unter die Kulmine gelegt oder sogar als Zwischenschicht bei Helas oder Faltis.

Diese Methode habe ich im Home-Office getestet und eine dünne Kulmine gewählt. Das Ergebnis: Kein Fleck im Höschen, obwohl die Kulmine wirklich zu dünn gewählt war. Ein weiterer Vorteil ist, dass auch eine klassische Kulmine nicht verrutscht, da das Wachstuch etwas klebrig ist. Mit dieser neuen Kombination habe ich kaum geschwitzt und es entsteht nur ein leichter Geruch nach Wachs statt eines Schweißgeruches. Für mich funktioniert diese Methode wunderbar.

Caro (Kulmine-Kundin):

Auch für unsere Kundin Caro gab es keinen Weg an den Period Panties vorbei, als sie begann sich mit alternativen Menstruationsprodukten zu beschäftigen.

„Ich muss zugeben, dass ich mich schon lange mit dem Thema Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Müllvermeidung auseinandersetze… aber mich über alternative und nachhaltige Menstruationsprodukte zu informieren, habe ich immer vor mir hergeschoben. Wieso? Weil kein Produkt näher an meinem Körper dran ist als dieses. Deswegen war die Hemmschwelle für mich viel höher als z.B. „nur“ beim Einkaufen darauf zu achten nicht verpackte Lebensmittel zu kaufen.

Wieso ich mich mit dem Thema irgendwann auseinandersetzen wollte, lag ja auf der Hand: jede menstruierende Person, die Erfahrung mit Einweg-Menstruationsprodukten hat, weiß, wie viel Müll man alleine während der Menstruation erzeugt. Des Weiteren hab ich eine empfindliche Vulvina und durch die verwendeten Einweg-Produkte hatte ich regelmäßig das Gefühl, dass diese meine Flora verändern.

Ich begann mich also mit dem Thema zu befassen und landete über die Menstruationstassen (welche für mich aus unterschiedlichen Gründen nicht infrage kamen) bei der Menstruationsunterwäsche. Und ich war begeistert von dem Versprechen der Period Panties: Während der Menstruation einfach Unterhosen anziehen zu können, die die Blutung aufnehmen und keine weiteren Produkte zu benötigen. Kein Tampon, keine Menstruationstasse, die ich einführen und herausholen muss. Keine Binde, die ich wechseln muss. Einfach morgens in die Unterwäsche steigen und den Rest des Tages und der Nacht keine Unannehmlichkeiten haben. Dazu das gute Gewissen, dass die Menstruationshygiene nicht die Umwelt belastet. Perfekt für mich und meine Bedürfnisse.

Dachte ich…

… bis ich einen Blick auf die verwendeten Materialien warf: die verschiedenen Hersteller verwenden eine flüssigkeitsundurchlässige Membran aus Kunststoff in unterschiedlichen Variationen, um die angebliche Auslaufsicherheit zu gewährleisten („leakproof“). Außerdem sind oft in der Saugeinlage antibakterielle Zusatzstoffe enthalten (z.B. Biozide – dieser Zusatzstoff wird übrigens auch häufig in herkömmlichen Einweg-Binden verwendet).

Würde ich Period Panties verwenden, müsste ich also bei der Nachhaltigkeit Abstriche machen (der Kunststoff sowie die Zusatzstoffe können sich beim Waschvorgang lösen und ins Wasser gelangen). Des Weiteren würde ich die oben genannten Stoffe nah an meinem Körper – insbesondere an meiner empfindlichen Vulvina – tragen. Was ich definitiv nicht (mehr) wollte. Ich entschied mich also gegen die Mens-Hosen.

Ich recherchierte weiter…

… und stieß auf Stoffbinden von Kulmine. Und was soll ich sagen? Ich fand alles, was ich suchte! Ich nutze die Stoffbinden nun seit bereits drei Monaten und bin hin und weg. Vollkommen ohne schlechtes Gewissen gegenüber der Umwelt fühlt sich auch meine Vulva immer super an – egal, ob während oder nach der Menstruation. Und was das Tollste ist? Neben den Stoffbinden gibt es auch Stoffslipeinlagen, die ich auch mal für kurze Zeitspannen tragen kann (wenn ich mich z.B. mal etwas „nass“ fühle) – einfach mal so für 1-2 Stunden hätte ich mir keine Mens-Hose angezogen.”

Quellennachweise / Links:

Nachtrag: Welche Period Panties verzichten tatsächlich komplett auf Plastik? Genauer hinschauen lohnt sich!

In diesem Artikel schreiben wir, dass es mittlerweile auch Periodenunterwäsche gäbe, die auf eine Plastikschicht verzichtet. Weil Kund*innen uns berichteten, sie hätten schon Periodenunterhosen ohne Plastik gekauft.

Vor kurzem erhielten wir dann eine Mail einer Frau, die uns fragte, welche Marken denn auf Plastik verzichten würden.
Ich [Nina] begab mich deswegen auf eine Rechercherunde, um ihr die entsprechenden Namen zu schicken.
Das Problem? Ich fand keine Periodenunterhosen ohne Plastik! Jede einzelne Marke schien eine wasserundurchlässige Schicht zu enthalten – nur dass manche Marken dies unter Euphemismen versteckten Zum Beispiel sprechen viele Marken von Membranen oder nutzen umständliche Wörter für etwas, das am Ende auch Kunststoff ist.

Einige Tage später unterhielt ich mich mit einer Freundin. Sie hatte das Thema Period Panties auch länger recherchiert und meinte, sie hätte eine Marke gefunden, die auf Plastik verzichte Stattdessen würde in diesem Fall eine Bambuslage genutzt. Wir gingen zusammen auf die Webseite und wieder stellte sich heraus, dass die Angaben nicht stimmten.

Textilien aus Bambus werden nicht aus (natürlichen) Bambusfasern hergestellt. Stattdessen handelt es sich um Viskosefasern. Die Hersteller nutzen in einem aufwändigen Prozess den Bambus zwar als einen Rohstoff – letztlich ist das Produkt am Ende aber eine Viskosefaser, oder einfacher gesagt: Chemiefaser.

Meine Freundin war sichtlich erschrocken – sie hatte das Produkt nach einer sorgfältigen Recherche gefunden und dabei trotzdem diesen Punkt übersehen.

Ich selbst erkenne die vielzähligen Codewörter für Plastik mittlerweile auch nur, weil ich mich ein wenig mehr damit beschäftigt habe und gezielt danach Ausschau halte.

Was mich an dieser Tatsache am meisten enttäuscht: Plastik wird versteckt und die Menschen damit getäuscht. Viele gehen davon aus, dass sie ein haut- und umweltfreundlicheres Produkt kaufen – aber es entspricht nicht der Wirklichkeit.

Period Panties oder Periodenunterwäsche ohne Plastik kaufen: nach diesen Begriffen solltest du Ausschau halten:

  • Polyester
  • Polyurethan
  • Polyamid
  • PU oder PUL (Polyurethane laminated)
  • Nylon
  • Elasthan
  • Bambus (Chemiefaser / Viskosefaser)
  • MicroModal (Chemiefaser / Viskosefaser)

Misstrauisch solltest du eigentlich immer dann sein, wenn du etwas von einer „flüssigkeitsundurchlässigen“ Schicht liest.

Hast du Mensunterhosen ohne Plastik gefunden? Wir freuen uns sehr über eine Nachricht!

Team Kulmine
Viele Artikel werden von mehreren Teamfrauen* gemeinsam geschrieben. Manche haben das Fachwissen, andere schreiben gut, strukturieren oder lektorieren.
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4 Kommentare

Franziska 24. August 2022 - 20:16

Dass Biozide in Periodenslips stecken, habe ich tatsächlich nicht gewusst. Das wäre natürlich wünschenswert, dass dies gut ersichtlich würde.
Ich kann verstehen, dass ihr euch gegen Periodenunterwäsche entscheidet. Ihr habt ein breit aufgestelltes, authentisches Sorriment.
Dennoch gebe ich zu bedenken:
Nachhaltig sind Periodenslips auch, wenn Plastik darin verarbeitet ist, denn sie machen deutlich weniger Müll als Wegwerfprodukte. Auch eine Menstruationstasse besteht aus Kunststoff und darf sich nachhaltig labeln.
Meine ersten Periodenslips, die ich kaufte, sind mittlerweile mehr als 3 Jahre alt und sehen nicht aus als müsste ich sie bald wechseln.
Ob ich selbst ein „auslaufsicheres“ Produkt benutzen möchte oder nicht, steht mir doch frei. Ich möchte die Menstruation keineswegs tabuisieren und thematisiere sie gerne. Dennoch möchte ich insbesondere in Arbeitssituationen, in denen ich nicht immer die Chance habe, schnell auf Toilette zu gehen, nicht, dass man Blut durch die Hose sieht. Ähnlich wie ich nicht in die Hose machen will oder mir Popel im Gesicht kleben sollen.
Mein Hauptgrund, Menstruationsunterwäsche zu nutzen, ist als zusätzliches Backup zur Tasse in den ersten zwei Tagen. Es erspart mir schlichtweg in der ersten Nacht das Bett frisch beziehen zu müssen und hilft mit besser zu schlafen. Für mich ist das deutlich komfortabler als die nötigen Schichten waschbarer Binden, die es braucht, um geschützt zu sein.
Ich freue mich über jede, die ihre persönlich beste Variante an Monatshygieneprodukten gefunden hat, welcher Form auch immer.
Ich denke, die Lösungen sind da individuell und für mich ist Periodenunterwäsche nicht wegzudenken!

Antworten
Nina Hanefeld 26. August 2022 - 0:04

Liebe Franziska,
du hast Recht: auf jeden Fall, sind die Unterhosen erstmal nachhaltiger als Einwegprodukte!
Trotzdem ist es so, dass Plastik sich nicht zersetzt, sondern nur in immer noch kleinere Teile zerfällt und als Mikroplastik für immer in der Natur verbleibt. Wirklich zerstört werden kann das Plastik also nur, wenn es verbrannt wird. In diesem Sinne ist sind Unterhosen mit Plastikschicht nicht als nachhaltig zu bezeichnen.
(Zur Menstässchen: Wir haben bei Kulmine nur welche aus Naturkauschuk und medizinischem Silikon. Ersteres zersetzt sich natürlich, zweiteres muss tatsächlich auch verbrannt werden, das geht dann aber rückstandsfrei. Und falls Tässchen aus medizinischem Silikon nicht verbrannt werden, geben sie immerhin keinerlei Mikroplastik in die Natur ab.)

Genauso stimmen wir deinem Hinweis zu, dass die Wahlfreiheit unglaublich wichtig ist. Deswegen haben wir das auch ausdrücklich in unser Fazit aufgenommen. Für echte Wahlfreiheit muss man aber auch genau über die Produkte Bescheid wissen. Nur dann kann man wirklich wählen, was einem selbst wichtig ist.

Und: Für starke Blutungen gibt es bei Kulmine die Maxi Reihe, so dass auch eine Binde sehr saugstark ist – für die Nacht gibt es sogar die Maxi Plus, die so aufnahmefähig ist, dass sie auch für den Wochenfluss im Wochenbett genutzt werden kann. :)

Antworten
Dana 29. August 2022 - 16:36

Hallo allerseits :-)
ich selbst habe noch keine Periodenunterwäsche probiert und habe nur selbstgenähte Binden oder welche von Kulmine.
Mit was ich mich überhaupt nicht anfreunden kann bei der Periodenunterwäsche ist das ich die ja nicht wechseln kann, darum würde ich sie auch nicht ausprobieren. Selbst am Ende meiner Periode wo ich theoretisch mit einer Slipeinlage den ganzen Tag auskommen würde wechsel ich diese gerne einmal, eben weil die ja viel enganliegender ist als ein Slip und dadurch mehr geschwitzt wird. Gibt es Leute welche diese Unterwäsche dann mehrmals täglich wechseln, ist das den Aufwand überhaupt wert, da bin ich ja mit einer Stoffbinde viel schneller und habe weniger zum transportieren.

Antworten
Jana 7. Oktober 2022 - 10:38

Super Artikel, danke! :)

Antworten

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